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Futterumstellung beim Welpen

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Futterumstellung beim Welpen
Junger Hund steht vor seinem Napf

Warum eine Futterumstellung langsam gehen muss

Im Darm deines Welpen lebt eine Bakteriengemeinschaft, die genau auf das Futter eingestellt ist, das er bisher bekommen hat. Sie zerlegt, was ankommt – und sie braucht etwa fünf bis sieben Tage, um sich auf eine andere Zusammensetzung einzustellen.

Wechselst du von heute auf morgen, kommt Futter im Darm an, für das die passenden Bakterien noch fehlen. Das Ergebnis ist fast immer dasselbe: Durchfall, Blähungen, manchmal Erbrechen. Nicht, weil das neue Futter schlecht wäre – sondern weil es zu schnell kam.

Bei einem Welpen wiegt das schwerer als bei einem erwachsenen Hund. Sein Verdauungstrakt ist empfindlicher, und anhaltender Durchfall kann ihn durch den Flüssigkeitsverlust ernsthaft gefährden.

Auf einem Blick

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Der Zehn-Tage-Plan

Das neue Futter ersetzt das alte anteilig – in derselben Mahlzeit, nicht als getrennte Portion.

Tagaltes Futterneues Futter
1–375 %25 %
4–650 %50 %
7–925 %75 %
ab 10100 %

Beide Sorten kommen in denselben Napf und werden vermischt. Wer morgens das alte und abends das neue Futter gibt, macht aus der sanften Umstellung zwei harte Wechsel pro Tag.

Bei jedem Schritt zwei bis drei Tage bleiben, bevor du weitergehst. Bei einem empfindlichen Welpen oder bei einem sehr andersartigen Futter – etwa von getreidehaltigem Trockenfutter auf Nassfutter mit hohem Fleischanteil – dehnst du das auf zwei bis drei Wochen aus.

Geht etwas schief, gehst du einen Schritt zurück und bleibst dort, bis der Kot wieder fest ist. Abbrechen und zurück zum alten Futter ist fast nie nötig und kostet dich nur den bisherigen Fortschritt.

Der häufigste Fehler: alles am selben Tag

Der mit Abstand häufigste vermeidbare Durchfall in der Welpenzeit entsteht am Einzugstag. Der Welpe verliert Mutter und Geschwister, fährt zum ersten Mal Auto, kommt an einem fremden Ort an – und bekommt abends ein Futter, das er nicht kennt.

Deshalb gilt: Lass dir vom Züchter Futter mitgeben und füttere es weiter. Reicht die Menge nicht, kauf dieselbe Sorte nach. Erst wenn der Welpe angekommen ist – nach etwa ein bis zwei Wochen – beginnst du mit dem Plan oben. Wie die ersten Tage sonst ablaufen, steht unter Der Welpe zieht ein.

Dasselbe gilt für andere Belastungen: nicht umstellen, wenn in denselben Tagen eine Impfung, eine Kastration, ein Umzug oder eine Reise ansteht. Du willst im Zweifel wissen, woran ein Durchfall liegt.

Von nass auf trocken – und zurück

Hier wird aus einer Gewöhnungsfrage eine Rechenaufgabe, und genau das übersehen die meisten.

Nassfutter besteht zu rund 80 Prozent aus Wasser. Es liefert deshalb nur etwa 80 bis 120 kcal je 100 Gramm, Trockenfutter dagegen 350 bis 400 kcal. Das ist ungefähr der Faktor vier.

Wer also 100 Gramm Trockenfutter durch 100 Gramm Nassfutter ersetzt, füttert seinen Welpen auf ein Viertel der Energie herunter. Umgekehrt – 300 Gramm Nassfutter durch 300 Gramm Trockenfutter ersetzt – füttert ihn massiv über.

Rechne deshalb über die Kalorien, nicht über das Gewicht:

  1. Sieh auf der Packung nach, wie viel kcal je 100 g das Futter liefert. Steht es nicht drauf, frag den Hersteller – ein seriöser nennt die Zahl.
  2. Rechne die bisherige Tagesration in Kalorien um.
  3. Teile diesen Wert durch die Kaloriendichte des neuen Futters.

Als grobe Orientierung: 1 Gramm Trockenfutter entspricht etwa 3 bis 4 Gramm Nassfutter. Die genaue Menge richtet sich nach Gewicht und Alter deines Welpen – das steht unter Futtermenge für Welpen.

Was für die eine und die andere Fütterungsart spricht, findest du unter Welpen Nassfutter und Welpen Trockenfutter.

Ein praktischer Hinweis zum Mischen: In der Übergangszeit liegen beide Sorten zusammen im Napf. Das ist unproblematisch. Trockenfutter weicht dabei auf – wenn dein Welpe das nicht mag, gib die Portionen nebeneinander statt untergerührt, aber in derselben Mahlzeit.

Wann vom Welpen- auf das Erwachsenenfutter?

Der zweite große Wechsel kommt, wenn das Wachstum abgeschlossen ist – und das hängt fast nur an der Endgröße:

EndgewichtUmstellung etwa ab
unter 10 kg9. bis 12. Monat
10 bis 25 kg12. Monat
25 bis 45 kg15. Monat
über 45 kg18. Monat und später

Zu früh umzustellen ist bei großen Rassen das größere Risiko. Welpenfutter ist auf Wachstum ausgelegt – unter anderem auf ein bestimmtes Verhältnis von Kalzium zu Phosphor. Solange die Knochen wachsen, braucht der Hund das.

Umgekehrt gilt aber auch: Ein Hund, der ausgewachsen ist und weiter Welpenfutter bekommt, nimmt zu. Wie du erkennst, wo dein Welpe im Wachstum steht, zeigt Gewichtstabelle: Wächst mein Welpe richtig?. Die Phasen der Entwicklung stehen unter Welpenentwicklung Woche für Woche.

Bei sehr großen Rassen führt der Weg oft über ein Junior-Futter als Zwischenstufe. Auch dieser Wechsel läuft über zehn Tage – das Schema oben gilt unverändert.

Umstellung auf BARF oder selbst Gekochtes

Hier ist der Sprung größer als bei einem Wechsel der Marke, denn es ändert sich nicht nur die Rezeptur, sondern die Form der Nahrung. Plane drei bis vier Wochen ein und geh in kleineren Schritten.

Wichtiger als das Tempo ist bei einem Welpen aber die Zusammensetzung: Eine selbst zusammengestellte Ration muss bei einem wachsenden Hund rechnerisch stimmen, besonders bei Kalzium. Fehler wirken sich hier dauerhaft auf das Skelett aus. Was dabei zu beachten ist, steht unter Welpen barfen.

Der Kot sagt dir, ob es klappt

Ob eine Umstellung vertragen wird, siehst du nicht am Appetit – die meisten Welpen fressen auch das, was sie nicht vertragen. Du siehst es am Kot.

Gut: geformt, fest genug zum Aufheben, feucht glänzend, hinterlässt kaum Rückstände.

Noch normal in den ersten zwei, drei Tagen: etwas weicher, etwas mehr Volumen, mehr Blähungen.

Einen Schritt zurück: breiig, unförmig, deutlich häufiger als sonst.

Zum Tierarzt: wässrig, blutig oder schleimig, dazu Erbrechen, Fieber oder ein matter Welpe. Mehr dazu unter Durchfall bei Welpen.

Anhaltend weicher Kot über die Umstellung hinaus ist ein Hinweis darauf, dass das neue Futter nicht passt – oder dass ein Bestandteil nicht vertragen wird. Der Unterschied zwischen Unverträglichkeit und Allergie steht unter Futtermittelallergie beim Welpen.

Wenn der Welpe das neue Futter verweigert

Manche Welpen fressen den neuen Anteil einfach nicht mit. Was hilft:

Den Anteil kleiner machen. Statt 25 Prozent im ersten Schritt nur zehn. Viele Hunde merken den Unterschied dann gar nicht.

Nassfutter leicht anwärmen. Handwarm, nicht heiß – das verstärkt den Geruch. Bei Trockenfutter hilft ein Schuss warmes Wasser.

Den Napf nach 15 Minuten wegnehmen. Nicht als Strafe, sondern damit Mahlzeiten Mahlzeiten bleiben. Ein Welpe, der den ganzen Tag Zugang hat, frisst selektiv.

Keine Leckerlis nachschieben. Wer bei Verweigerung mit etwas Besserem nachhilft, bringt seinem Welpen bei, dass Warten sich lohnt.

Nicht ständig wechseln. Wer bei jeder Ablehnung eine neue Sorte kauft, erzieht sich einen wählerischen Hund und gibt dem Darm nie Zeit. Bleib bei einer Sorte, solange sie vertragen wird.

Frisst dein Welpe länger als 24 Stunden gar nichts oder wirkt er dabei matt, ist das kein Geschmacksproblem mehr – dann gehört er zum Tierarzt. Die möglichen Ursachen stehen unter Welpe frisst nicht.

Futterumstellung beim Welpen FAQ

Wie lange dauert eine Futterumstellung?

Mindestens sieben, besser zehn Tage. Bei empfindlichen Welpen oder einem sehr andersartigen Futter zwei bis drei Wochen, bei BARF drei bis vier.

Mein Welpe hat Durchfall bekommen – soll ich abbrechen?

Nein. Geh einen Schritt im Plan zurück und bleib dort, bis der Kot wieder fest ist. Erst dann weiter. Wässriger oder blutiger Durchfall gehört dagegen sofort zum Tierarzt.

Wann darf ich nach dem Einzug umstellen?

Frühestens nach ein bis zwei Wochen, wenn der Welpe angekommen ist. Umzug und Futterwechsel am selben Tag sind der Klassiker unter den vermeidbaren Fehlern.

Wie viel Nassfutter entspricht wie viel Trockenfutter?

Als Faustregel etwa 3 bis 4 Gramm Nassfutter je Gramm Trockenfutter. Genau rechnest du über die Kilokalorien auf der Packung, nicht über das Gewicht.

Darf ich Nass- und Trockenfutter mischen?

In der Umstellungszeit ja, und darüber hinaus spricht auch nichts dagegen – solange du die Mengen über die Kalorien berechnest und nicht einfach beides in voller Menge gibst.

Wann stelle ich von Welpen- auf Adultfutter um?

Je nach Endgewicht zwischen dem 9. und dem 18. Monat – kleine Rassen früh, große spät. Solange ein Hund wächst, braucht er Welpen- oder Juniorfutter.

Wie oft darf ich das Futter wechseln?

So selten wie möglich. Jeder Wechsel ist eine Belastung für den Darm. Ein guter Grund ist Unverträglichkeit, ein Wachstumsabschnitt oder eine bewusste Qualitätsentscheidung – Langeweile ist keiner.

Zusammenfassung

Eine Futterumstellung misslingt fast nie am Futter, sondern am Tempo. Zehn Tage, beide Sorten im selben Napf, bei Problemen einen Schritt zurück – mehr ist es nicht.

Zwei Dinge gehen darüber hinaus regelmäßig schief. Das eine ist der Einzugstag: Wer Umzug und Futterwechsel zusammenlegt, produziert Durchfall und weiß hinterher nicht, woran es lag. Das andere ist der Wechsel zwischen nass und trocken, bei dem Gramm gegen Gramm getauscht wird – dabei liegt zwischen beiden etwa der Faktor vier an Kalorien.

Und die Kontrolle ist einfacher, als viele denken: Nicht der Appetit sagt dir, ob es klappt, sondern der Kot.