Die richtigen Leckerlis für Welpen
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Leckerli für Welpen – erst rechnen, dann belohnen
Leckerli sind das wichtigste Trainingswerkzeug, das du hast. Ein Welpe lernt über Belohnung, und nichts belohnt so zuverlässig wie Futter.
Genau deshalb ist die erste Regel eine Rechenregel: Leckerli zählen zur Tagesration. Sie werden abgezogen, nicht draufgelegt.
Das klingt nach Kleinkram und ist der häufigste Grund für Übergewicht bei jungen Hunden – besonders in der Trainingsphase, in der oft mehr Belohnungen laufen als Mahlzeiten.
Auf einem Blick
- höchstens zehn Prozent der Tagesration, und die werden abgezogen
- der beste Trick: Trockenfutter aus der Tagesration als Trainingsfutter
- Leckerli in Erbsengröße – die Größe ist egal, das Timing zählt
- im Zahnwechsel weiche Belohnungen statt harter Brocken
Die Zehn-Prozent-Regel
Als Faustregel gilt: Leckerli sollten höchstens zehn Prozent der täglichen Energiemenge ausmachen. Der Rest kommt aus dem Napf, damit die Nährstoffversorgung stimmt.
Warum das schnell relevant wird:
- Bei einem 5-Kilo-Welpen sind ein paar Leckerli im Training rasch ein Viertel des Tagesbedarfs.
- Ein Rinderohr kann bei einem kleinen Hund einem erheblichen Teil der Tagesration entsprechen – siehe Kauknochen für Welpen.
- In der Welpenzeit wird oft von mehreren Personen belohnt, ohne dass jemand mitzählt.
Der einfachste Ausweg: Nimm einen Teil der normalen Tagesration als Trainingsfutter. Trockenfutter funktioniert direkt aus dem Napf, Nassfutter lässt sich in eine Futtertube füllen. Damit stimmt die Rechnung automatisch, und dein Welpe bekommt keine zusätzlichen Kalorien.
Mehr zur Mengenrechnung unter Futtermenge Welpen.
Die Größe: erbsengroß reicht
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass ein größeres Leckerli besser belohnt. Für einen Hund zählt vor allem, dass er etwas bekommt – und wann.
Erbsengroß genügt für die meisten Belohnungen. Bei einem kleinen Welpen noch kleiner. Das erlaubt dir, im Training viele Wiederholungen zu machen, ohne den Hund satt zu füttern.
Was dagegen wirklich zählt, ist das Timing: Eine Belohnung wirkt nur, wenn sie innerhalb von etwa einer Sekunde kommt. Drei Sekunden später belohnst du etwas anderes. Mehr dazu unter Welpen Grundkommandos beibringen.
Weich schlägt hart – besonders im Training. Ein Leckerli, das der Hund in einer Sekunde schluckt, hält den Ablauf in Gang. Ein harter Brocken, an dem er eine Minute kaut, unterbricht ihn.


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Welche Sorte wofür
Trockenfutter aus der Tagesration – für den Alltag und für einfache Übungen. Kostet nichts extra, und die Rechnung stimmt automatisch.
Getrocknetes Fleisch – Rinderlunge, Hühnerherzen, Pansen. Einzutaten, gut verträglich und ohne Zusätze. Für viele Hunde deutlich attraktiver als Trockenfutter.
Weiche Trainingsleckerli – für schnelle Wiederholungen. Achte darauf, dass eine Eiweißquelle klar benannt ist.
Der Jackpot – Käse, Wurst oder Leberwurst für die schwersten Übungen, allen voran den Rückruf. Nur in winzigen Mengen und nicht täglich; das ist bewusst etwas Besonderes.
Gemüse und Obst – Karotte, Gurke, Apfel ohne Kerngehäuse. Kalorienarm und für viele Hunde interessant. Praktisch für Hunde, die zu Übergewicht neigen, etwa Labrador, Beagle oder Mops.
Kauartikel sind keine Leckerli, sondern Beschäftigung – und sie zählen kalorisch erheblich stärker mit.
Die Belohnungsleiter
Ein Trick, der im Training viel bringt: Ordne die Belohnungen nach Wert und setze sie passend ein.
Stufe 1 – Alltag: Trockenfutter aus der Tagesration. Für Übungen, die schon sitzen, und für ruhiges Verhalten zu Hause.
Stufe 2 – Training: getrocknetes Fleisch oder weiche Leckerli. Für neue Übungen und leichte Ablenkung.
Stufe 3 – Jackpot: Käse, Wurst, Leberwurst. Für den Rückruf, für schwierige Situationen und für alles, was wirklich zählt.
Warum das wirkt: Wenn der Rückruf immer mit der besten Belohnung des Tages endet, wird er zur attraktivsten Option, die dein Hund hat – auch gegen die Ablenkung eines vorbeilaufenden Hasen. Wer dagegen für alles dasselbe gibt, verschenkt den Effekt.
Und das Lob nicht vergessen: Stimme, Streicheln und ein kurzes Spiel sind ebenfalls Belohnungen. Sie ersetzen Futter im Aufbau nicht, tragen aber später einen wachsenden Teil.
Leckerlis FAQ
Wie viele Leckerli darf ein Welpe am Tag?
Höchstens zehn Prozent der Tagesration – und die werden von der Futtermenge abgezogen.
Wie groß sollte ein Trainingsleckerli sein?
Erbsengroß genügt, bei kleinen Welpen kleiner. Das Timing zählt mehr als die Menge.
Kann ich normales Trockenfutter als Leckerli nehmen?
Ja, das ist sogar die beste Lösung für den Alltag. Nimm es direkt aus der Tagesration.
Ab wann darf ein Welpe Leckerli bekommen?
Ab dem Einzug, also etwa ab der achten Woche – in kleinen Mengen und in angemessener Größe.
Sind Karotte und Apfel als Leckerli geeignet?
Ja, beides ist kalorienarm und für viele Hunde attraktiv. Beim Apfel das Kerngehäuse entfernen.
Zusammenfassung
Leckerli sind kein Zusatz, sondern das wichtigste Trainingsmittel der Welpenzeit – und sie gehören in die Tagesrechnung.
Zwei Dinge machen den Unterschied: Nimm einen Teil der normalen Ration als Trainingsfutter, dann stimmt die Menge von allein. Und staffle die Belohnungen nach Wert, damit du für den Rückruf noch etwas in der Hand hast, das wirklich zieht.



