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Welpenfutter

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Welpenfutter
Jack Russel Welpe vor einem Futternapf

Welpenfutter – die Verpackung sagt weniger als die Rückseite

Auf der Vorderseite einer Futterpackung steht Marketing. Was tatsächlich drin ist, steht klein auf der Rückseite – und genau das entscheidet.

Dieser Beitrag bringt dir bei, die Rückseite zu lesen. Danach brauchst du keine Empfehlung mehr, sondern kannst jede Packung im Regal selbst beurteilen.

Auf einem Blick

Alleinfutter oder Ergänzungsfutter?

Das ist die erste Angabe, nach der du suchst – sie steht meist klein und unscheinbar auf der Rückseite.

Alleinfuttermittel ist so zusammengesetzt, dass es allein den kompletten Tagesbedarf deckt. Das ist der Begriff, den du für die Hauptmahlzeit brauchst.

Ergänzungsfuttermittel ist nicht dafür gedacht, allein verfüttert zu werden – darunter fallen viele reine Fleischdosen, Flocken, Snacks und Öle. Wer ausschließlich Ergänzungsfutter füttert, riskiert bei einem wachsenden Welpen ernsthafte Mangelzustände.

Das ist keine Qualitätsaussage. Eine hochwertige reine Fleischdose kann Ergänzungsfutter sein und trotzdem ausgezeichnet – sie muss nur ergänzt werden. Wichtig ist, dass du weißt, was du in der Hand hältst.

Die Zusammensetzung lesen

Hier gibt es zwei Arten, dieselbe Rezeptur darzustellen – und der Unterschied ist groß.

Offene Deklaration. Jede Zutat wird einzeln genannt, idealerweise mit Prozentangabe:

Rind (65 %), Rinderherz (15 %), Rinderleber (10 %), Karotte (5 %), …

Damit weißt du, was drin ist und in welchem Verhältnis.

Geschlossene Deklaration. Zutaten werden in gesetzlich zulässige Gruppen zusammengefasst:

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse, …

Das ist erlaubt und sagt dir fast nichts. „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse” umfasst Muskelfleisch genauso wie Innereien, Knorpel oder Federn. Der Hersteller kann die Rezeptur zudem ändern, ohne die Angabe zu ändern.

Die Regel für dich: Je konkreter die Angaben und je mehr Prozentzahlen, desto besser lässt sich das Futter beurteilen. Eine geschlossene Deklaration ist nicht automatisch schlechtes Futter – sie macht es nur unprüfbar.

Die Vorderseite ist Marketing – die Zusammensetzung auf der Rückseite entscheidet.

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Die analytischen Bestandteile

Der zweite Block auf der Rückseite nennt Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche und Feuchtigkeit.

Was die Werte bedeuten:

Der Rechenfehler, den fast alle machen: Nassfutter enthält etwa 75 bis 80 Prozent Wasser, Trockenfutter unter 10. Ein Nassfutter mit 10 Prozent Rohprotein ist deshalb nicht schlechter als ein Trockenfutter mit 28 – es ist nur nass.

Wer wirklich vergleichen will, rechnet auf Trockensubstanz um. Für den Alltag genügt der einfachere Merksatz: Nass- und Trockenfutter lassen sich anhand der Analysewerte nicht direkt vergleichen.

Was ein Welpenfutter zusätzlich leisten muss

Ein wachsender Hund hat einen anderen Bedarf als ein erwachsener – mehr Energie, mehr Eiweiß, ein ausgewogenes Verhältnis von Kalzium und Phosphor.

Der wichtigste Punkt betrifft große Rassen. Welpen von Riesen- und großen Rassen können überschüssiges Kalzium im Wachstum nicht ausreichend regulieren. Zu viel davon stört die Skelettentwicklung – ebenso wie zu schnelles Wachstum insgesamt, siehe Gewichtstabelle: Wächst mein Welpe richtig?.

Daraus folgen zwei Regeln:

Das betrifft Rassen wie Deutsche Dogge, Bernhardiner, Neufundländer und Irischer Wolfshund besonders.

Ein Alleinfutter deckt den Bedarf vollständig – zusätzliches Kalzium schadet bei großen Rassen.

Die vier Fütterungsarten

Welche Form zu dir passt, ist eine eigene Entscheidung. Die Übersicht mit Vor- und Nachteilen steht unter Futter für den besten Freund, die Einzelheiten hier:

Wechselst du zwischen zwei dieser Formen, plan Zeit ein: Futterumstellung beim Welpen.

Was nicht in den Napf gehört

Diese Lebensmittel sind für Hunde giftig oder gefährlich:

Schokolade und Kakao, Weintrauben und Rosinen, Zwiebeln, Knoblauch und Lauch, Xylit (Birkenzucker, oft in zuckerfreien Produkten), Avocado, Macadamianüsse, rohe Kartoffeln und Hülsenfrüchte, Alkohol und Koffein – und gekochte Knochen, die splittern und den Darm durchstoßen können.

Kuhmilch gehört ebenfalls nicht dazu: Die meisten Hunde vertragen den Milchzucker schlecht. Für mutterlose Welpen gibt es Welpenmilch.

Und ein Hinweis, der oft fehlt: Leckerli zählen mit. Sie gehören von der Tagesration abgezogen, nicht obendrauf – siehe Die richtigen Leckerlis.

Schokolade, Weintrauben, Zwiebeln und Xylit sind für Hunde giftig – auch in kleinen Mengen.

Die vollständige Liste mit Mengen und Symptomen steht unter Giftige Lebensmittel für Welpen.

Welpenfutter FAQ

Woran erkenne ich gutes Welpenfutter?

An der Kennzeichnung als Alleinfuttermittel, an einer offenen Deklaration mit Prozentangaben und an einem hohen Anteil klar benannter tierischer Zutaten.

Was bedeutet „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse”?

Eine gesetzlich zulässige Sammelgruppe. Sie kann Muskelfleisch enthalten, aber auch Innereien oder andere Bestandteile – der Anteil ist daraus nicht erkennbar.

Braucht mein Welpe spezielles Welpenfutter?

Er braucht ein Futter, das auf den Bedarf im Wachstum abgestimmt ist. Ob es „Welpenfutter” heißt, ist weniger wichtig als die Zusammensetzung.

Darf ich Kalzium zufüttern?

Nein, bei einem Alleinfutter nicht. Bei großen Rassen schadet zusätzliches Kalzium der Skelettentwicklung.

Kann ich Nass- und Trockenfutter anhand der Analysewerte vergleichen?

Nicht direkt. Nassfutter enthält 75 bis 80 Prozent Wasser – die Prozentwerte beziehen sich auf unterschiedliche Grundlagen.

Zusammenfassung

Gutes Welpenfutter erkennst du nicht am Preis und nicht am Bild auf der Packung, sondern an drei Angaben auf der Rückseite: der Kennzeichnung als Alleinfuttermittel, einer offenen Deklaration mit Prozentzahlen und klar benannten tierischen Zutaten.

Und bei großen Rassen kommt eine Regel dazu, die mehr wiegt als die Markenwahl: kein zusätzliches Kalzium und keine Fütterung auf Wachstum.