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Kauknochen für Welpen

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Kauknochen für Welpen
Kauknochen für den Welpen

Kauknochen für Welpen – warum Kauen wichtig ist

Kauen ist für einen Hund kein Zeitvertreib. Es senkt den Puls, baut Anspannung ab und wirkt beruhigend – ein Welpe, der zwanzig Minuten intensiv gekaut hat, schläft danach oft tief und lange.

Dazu kommt der Zahnwechsel: Zwischen dem dritten und siebten Lebensmonat fallen die Milchzähne aus und die bleibenden brechen durch. Das juckt und schmerzt, und der Welpe sucht sich etwas zum Kauen – Tischbeine und Schuhe, wenn du ihm nichts Besseres anbietest.

Die Frage ist also nicht ob, sondern was. Und dabei gibt es mehr ungeeignete als geeignete Produkte.

Auf einem Blick

Die Härteprobe mit dem Fingernagel

Das ist die einfachste und wichtigste Regel: Drücke mit dem Fingernagel in den Kauartikel. Hinterlässt du keinen Abdruck, ist er zu hart.

Zu harte Kauartikel brechen Zähne ab – meist den großen Reißzahn im Oberkiefer. Solche Frakturen sind schmerzhaft, oft nicht sofort sichtbar und enden regelmäßig mit einer Extraktion unter Narkose.

Zu hart sind deshalb:

Bei einem Welpen im Zahnwechsel ist die Empfindlichkeit noch größer als beim erwachsenen Hund. Halte dich hier besonders streng an die Regel.

Gekochte Knochen sind lebensgefährlich

Das ist der Punkt, bei dem es keine Abwägung gibt.

Gekochte oder gebratene Knochen splittern. Die Hitze verändert die Struktur: Statt zu zerbröseln, brechen sie in scharfe, spitze Stücke. Diese Splitter können Speiseröhre, Magen und Darm durchstoßen. Das ist ein lebensbedrohlicher Notfall.

Dazu gehören auch Knochen aus dem Sonntagsbraten, vom Grill und aus der Suppe – und besonders Geflügelknochen, die am schärfsten splittern.

Rohe Knochen verhalten sich anders: Sie splittern kaum und werden verdaut. Trotzdem gibt es auch dabei Regeln – nur fleischige, weiche Knochen, nie tragende Röhrenknochen großer Tiere, immer unter Aufsicht, und nicht zu viel, weil zu viel Knochen zu hartem, weißem Kot und Verstopfung führt. Für einen Welpen im Zahnwechsel sind rohe Knochen ohnehin keine Priorität.

Zwischen drittem und siebtem Monat wechseln die Zähne – Kauen hilft über diese Zeit.

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Was für Welpen geeignet ist

Getrocknete Rinderkopfhaut oder Rinderohren. Sie sind nachgiebig genug, gut verdaulich und halten trotzdem eine Weile. Für die meisten Welpen die beste Wahl.

Getrocknete Pansen und Schlund. Ebenfalls weich, sehr beliebt – und geruchsintensiv. Am besten draußen oder auf einer Unterlage.

Sehnen. Rindersehne ist zäh, aber nicht hart, und beschäftigt lange.

Weiche Naturkautschuk-Spielzeuge, befüllt mit etwas Futter. Sie sind unbegrenzt haltbar, gut zu reinigen und lassen sich einfrieren – gekühlt tun sie einem Welpen im Zahnwechsel besonders gut.

Ein nasses, eingefrorenes Handtuch ist das einfachste Hausmittel gegen juckendes Zahnfleisch. Kostet nichts, nur unter Aufsicht anbieten.

Was du meidest: Rinderhaut-Kauknochen aus Presshaut – die weißen, gepressten Knochen. Sie werden bei der Herstellung teils chemisch behandelt, quellen im Magen auf und lösen sich in großen Stücken ab, die verschluckt werden.

Rinderkopfhaut und Pansen sind nachgiebig genug für Welpenzähne und gut verdaulich.

Die Sicherheitsregeln beim Kauen

Immer unter Aufsicht. Das gilt für jeden Kauartikel, ausnahmslos.

Reste rechtzeitig wegnehmen. Sobald ein Stück klein genug ist, um am Stück geschluckt zu werden, ist es gefährlich. Tausche es gegen etwas anderes – und übe dafür früh ein freundliches „Aus” mit Tausch statt Wegnehmen.

Nicht in der Box und nicht allein. Ein Welpe, der sich an einem Kauartikel verschluckt, kann sich nicht selbst helfen.

Nur ein Kauartikel pro Hund, und bei mehreren Hunden räumlich getrennt. Kauen ist eine Situation, in der auch sonst verträgliche Hunde Ressourcen verteidigen.

Nicht nach dem Fressen. Ein voller Magen plus intensives Kauen ist bei großen Rassen mit tiefem Brustkorb ungünstig.

Kauknochen für Welpen FAQ

Ab welchem Alter darf ein Welpe Kauartikel bekommen?

Ab dem Einzug, also etwa ab der achten Woche – vorausgesetzt, der Artikel ist weich genug und der Welpe wird beaufsichtigt.

Wie erkenne ich, ob ein Kauartikel zu hart ist?

Drück mit dem Fingernagel hinein. Bleibt kein Abdruck, ist er zu hart und kann Zähne brechen.

Sind Geweihe für Welpen geeignet?

Nein. Geweih gehört zu den härtesten Kauartikeln überhaupt und ist ein häufiger Grund für abgebrochene Zähne.

Darf mein Welpe Knochen fressen?

Gekochte Knochen niemals – sie splittern und können den Darm durchstoßen. Rohe, fleischige Knochen sind unter Aufsicht und in Maßen möglich, aber für einen Welpen im Zahnwechsel nicht nötig.

Wie oft darf mein Welpe kauen?

Täglich ist in Ordnung, solange du die Kalorien von der Tagesration abziehst. Bei empfindlichem Magen lieber seltener und in kleineren Portionen.

Zusammenfassung

Kauen ist für einen Welpen wichtig – es beruhigt, lastet aus und hilft über den Zahnwechsel. Entscheidend ist nur die Auswahl.

Zwei Regeln genügen dafür: Die Fingernagelprobe entscheidet über die Härte, und gekochte Knochen sind tabu. Alles Weitere ist Aufsicht, rechtzeitiges Wegnehmen kleiner Reste – und die Kalorien abzuziehen statt draufzulegen.