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Sieben Gefahren für Welpen vermeiden

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Sieben Gefahren für Welpen vermeiden
Der Spieltrieb ist bei Welpen ungebrochen. Kabel verleiten gern zum Anknabbern und sollten deshalb gut fixiert und geschützt werden.

Sieben Gefahren, die Welpen wirklich betreffen

Die meisten Notfälle in der Welpenzeit sind vermeidbar – und sie verteilen sich auf erstaunlich wenige Ursachen. Diese sieben decken den Großteil dessen ab, was in Tierkliniken ankommt.

Auf einem Blick

1. Stromkabel

Ein Welpe im Zahnwechsel kaut auf allem, was er findet – und ein Kabel liegt bequem auf Maulhöhe. Ein Stromschlag kann Verbrennungen im Maul verursachen, den Herzrhythmus stören und ein Lungenödem auslösen.

Was du tust: Kabel hochlegen, in Kabelkanäle packen oder mit Schutzschläuchen sichern. Steckdosenleisten hinter Möbel oder in geschlossene Boxen. Und Geräte ausstecken, wenn sie nicht gebraucht werden.

Und der Grund, warum Verbieten nicht reicht: Du bist nicht immer im Raum.

2. Giftige Lebensmittel

Diese Liste sollte jeder im Haushalt kennen – auch die Kinder. Mengen, Symptome und das richtige Vorgehen im Ernstfall stehen ausführlich unter Giftige Lebensmittel für Welpen.

Wenn etwas passiert ist: Sofort Tierarzt oder Tierklinik anrufen und sagen, was und wie viel. Nicht selbst zum Erbrechen bringen – bei manchen Stoffen richtet das zusätzlichen Schaden an.

Welpe spielt mit einem Ball
Im Zahnwechsel kommt alles ins Maul – Kabel liegen dabei bequem auf Maulhöhe.

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3. Hitze im Auto

Ein Auto heizt sich in der Sonne extrem schnell auf. Schon bei 20 Grad Außentemperatur kann die Innentemperatur binnen einer halben Stunde auf über 45 Grad steigen. Ein Spaltbreit geöffnetes Fenster ändert daran fast nichts, und Schatten wandert.

Ein Hund kann nicht schwitzen. Er kühlt sich über Hecheln – und das funktioniert nur, solange die Luft kühler ist als er selbst.

Die Regel ist einfach und kennt keine Ausnahme: Im Sommer wartet kein Hund im Auto. Nicht kurz, nicht im Schatten, nicht mit geöffnetem Fenster.

Anzeichen eines Hitzschlags, Erste Hilfe und was zu tun ist, wenn du einen fremden Hund im heißen Auto siehst, stehen unter Welpen im Auto transportieren.

Besonders gefährdet sind kurzköpfige Rassen wie Mops und Bulldoggen sowie Hunde mit dichtem Fell wie Husky und Chow Chow.

Welpe alleine im Auto
Im Sommer wartet kein Hund im Auto – nicht kurz, nicht im Schatten, nicht mit geöffnetem Fenster.

4. Treppen und Sprünge

Die unterschätzteste Gefahr, weil der Schaden nicht sofort sichtbar wird.

Im ersten Lebensjahr wächst das Skelett schneller, als die Gelenke belastbar sind. Treppensteigen im Dauerlauf, Sprünge aus dem Kofferraum, Toben auf glattem Boden und Fahrradfahren belasten Wachstumsfugen, die noch weich sind.

Was du tust:

Bei kurzbeinigen Rassen wie Dackel und Welsh Corgi bleibt das ein Thema fürs ganze Leben – dort geht es um die Bandscheiben.

5. Wasser

Nicht jeder Hund schwimmt gut, und kein Welpe kann einschätzen, wie kalt oder tief etwas ist.

Gartenteich und Pool sichern. Ein Welpe, der hineinfällt, findet den Ausstieg oft nicht.

Kurzköpfige und kompakte Rassen – Mops, Bulldoggen, Französische Bulldogge – schwimmen schlecht bis gar nicht. Bei ihnen ist jedes offene Gewässer eine Gefahr.

Regentonnen abdecken, Gullys im Blick behalten.

Und ein Hinweis zu kaltem Wasser: Im Frühjahr ist Wasser deutlich kälter, als es aussieht. Ein Welpe kühlt schnell aus.

6. Verschluckte Fremdkörper

Einer der häufigsten Gründe für Notoperationen bei jungen Hunden. Die Klassiker sind Socken, Unterwäsche, Spielzeugteile, Steine, Korken, Knochensplitter und Maiskolben.

Besonders gefährlich sind lange Fäden und Schnüre – etwa von Wischmopps oder Wolle. Sie können sich im Darm aufstellen und ihn durchschneiden.

Was du tust: Wäschekorb geschlossen, Kleinteile einsammeln, Spielzeug nur in passender Größe und nur unter Aufsicht. Und früh ein freundliches „Aus” über Tausch aufbauen, nicht über Wegnehmen – ein Hund, der gelernt hat, dass Menschen Dinge wegnehmen, schluckt sie beim nächsten Mal schnell.

Anzeichen: wiederholtes Erbrechen, Appetitlosigkeit, aufgeblähter Bauch, Apathie. Das gehört sofort zum Tierarzt.

7. Überforderung

Die Gefahr, die man nicht sieht – und die häufigste von allen.

Ein Welpe braucht 18 bis 20 Stunden Schlaf. Wer weniger schläft, wirkt nicht müde, sondern überdreht: rennt, zwickt, bellt, hört auf nichts.

Zu viel Programm in den ersten Wochen legt außerdem Unsicherheiten an, an denen man später lange arbeitet. Sozialisierung heißt ruhig kennenlernen, nicht möglichst viel erleben.

Und körperlich gilt: kein Joggen, kein Fahrradfahren, kein Agility über volle Höhe im ersten Jahr.

Ausführlich unter Reizüberflutung bei Welpen.

Gefahren für Welpen FAQ

Welche Lebensmittel sind für Hunde giftig?

Schokolade, Weintrauben und Rosinen, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Xylit, Avocado, Macadamianüsse, Alkohol und Koffein – dazu gekochte Knochen.

Wie gefährlich ist ein Auto im Sommer?

Lebensgefährlich. Schon bei 20 Grad Außentemperatur kann es im Auto binnen einer halben Stunde über 45 Grad werden.

Darf ein Welpe Treppen steigen?

Im ersten Jahr besser nicht, vor allem nicht abwärts. Bei kurzbeinigen Rassen bleibt das dauerhaft ein Thema.

Mein Welpe hat etwas verschluckt – was tun?

Sofort Tierarzt anrufen und sagen, was und wie viel. Nicht eigenmächtig zum Erbrechen bringen.

Woran erkenne ich, dass mein Welpe überfordert ist?

An hektischem Rennen, wildem Zwicken, Nichtannehmen von Futter und daran, dass er insgesamt deutlich weniger als 18 Stunden am Tag schläft.

Zusammenfassung

Die meisten Welpennotfälle gehen auf wenige, gut bekannte Ursachen zurück: Kabel, giftige Lebensmittel, Hitze im Auto, Treppen, Wasser, verschluckte Kleinteile – und Überforderung.

Sechs davon lassen sich durch Sichern und Wegräumen verhindern. Die siebte, Überforderung, verlangt das Gegenteil von Aktivität: Ruhe, Schlaf und weniger Programm.

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