Dackel Welpen
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Neun Dackel, eine Rasse
Wenn du dir einen Dackel anschaffen willst, triffst du in Wahrheit zwei Entscheidungen: eine über die Haarart und eine über die Größe. Der FCI-Standard Nr. 148 kennt drei Haararten und drei Größen – daraus ergeben sich neun Varianten.
Sie alle sind derselbe Hund: der Dachshund, in Jägerkreisen Teckel genannt, seit dem Mittelalter darauf gezüchtet, Fuchs und Dachs unter der Erde zu stellen. Dieser Auftrag steckt bis heute in ihm, und er erklärt fast alles, was Dackelhalter über ihn sagen.
| Ursprungsland | Deutschland |
| Haararten | Kurzhaar, Langhaar, Rauhaar |
| Größen | Teckel, Zwergteckel, Kaninchenteckel |
| Gewicht | 3,5 bis 9 kg, je nach Größe |
| Alter | 14 bis 17 Jahre |
| Verwendung | Jagdhund unter der Erde, heute auch Familienhund |
| Klassifikation F.C.I. | Gruppe 4 Dachshunde, mit Arbeitsprüfung |
Die Größe wird nicht gemessen, sondern umfasst
Das ist die Besonderheit, über die fast jeder Dackelkäufer stolpert: Anders als bei allen anderen Rassen entscheidet beim Dackel nicht die Schulterhöhe über die Größe, sondern der Brustumfang.
Der Grund liegt in seiner Aufgabe. Ein Hund, der in einen Fuchsbau kriechen soll, muss durch die Röhre passen – und dafür ist der Brustkorb das Maß, nicht die Höhe.
| Brustumfang | Gewicht etwa | |
| Teckel | über 35 cm | bis 9 kg |
| Zwergteckel | über 30 bis 35 cm | 4 bis 6 kg |
| Kaninchenteckel | bis 30 cm | 3,5 bis 4 kg |
Gemessen wird frühestens mit 15 Monaten. Das ist wichtig für dich als Käufer: Bei einem Welpen steht die endgültige Größenklasse noch gar nicht fest. Wer dir einen acht Wochen alten Kaninchenteckel garantiert, verspricht etwas, das er nicht wissen kann.
Auf einem Blick
- die Größenklasse richtet sich nach dem Brustumfang, nicht nach der Höhe
- gemessen wird erst mit 15 Monaten
- beim Welpen ist die endgültige Klasse noch offen
- „Teacup”- oder Mini-Angebote unterhalb des Kaninchenteckels gibt es im Standard nicht

Die drei Haararten im Vergleich
Hier liegt der eigentliche Unterschied im Wesen – und er hat einen historischen Grund. Der Kurzhaardackel ist die Urform. Die beiden anderen entstanden, indem gezielt andere Rassen eingekreuzt wurden. Mit deren Fell kam jeweils auch ein Stück von deren Wesen mit.
| Kurzhaar | Langhaar | Rauhaar | |
| Eingekreuzt wurde | nichts, das ist die Urform | Spaniel, Wachtelhunde, Setter | Schnauzer, Terrier |
| Fell | kurz, dicht, glänzend | lang, seidig, befedert | harsch, mit Bart und Brauen |
| Pflege | so gut wie keine | 2–3x wöchentlich bürsten | 2–3x im Jahr trimmen |
| Tendenz im Wesen | der Klassiker, temperamentvoll | am ruhigsten, feinfühlig | am lebhaftesten, forsch |
| Besonderes Risiko | – | Ohrenentzündungen | Lafora-Epilepsie, testbar |
Wichtig dabei: Das sind Tendenzen, keine Garantien. Was für alle drei gleich gilt, steht weiter unten – der Rücken und der Eigensinn kennen keine Haarart.
Kurzhaardackel. Das Original: kurzes, dichtes, glänzendes Fell, praktisch keine Pflege. Wer den klassischen Dackel im Kopf hat, meint diesen. Einen eigenen Beitrag hat er auf dieser Seite nicht – alles, was für ihn gilt, steht hier.
Langhaardackel. Für das lange, seidige Fell wurden vor langer Zeit Spaniel, Wachtelhunde und Setter eingekreuzt. Mit dem Fell kam auch deren ruhigeres Wesen: Der Langhaardackel gilt als der sanfteste und anschmiegsamste der drei.
Rauhaardackel. Hier gingen Schnauzer und Terrier ein – erkennbar am harschen Fell, am Bart und an den buschigen Augenbrauen. Und am Temperament: Der Rauhaardackel ist der lebhafteste und terrierhafteste der Dackelfamilie.
Die häufigste Beschwerde im ersten Jahr hat dagegen nichts mit der Rasse zu tun: Durchfall bei Welpen.
Dackellähme: das Thema, das über allem steht
Wenn du nur eine Sache über Dackel wissen willst, dann diese. Der lange Rücken auf kurzen Beinen ist kein Zufall, sondern eine gezielt gezüchtete Wachstumsstörung des Knorpels – die sogenannte Chondrodystrophie. Sie macht ihn zum Erdhund, und sie macht seine Bandscheiben anfällig.
Die Dackellähme ist ein Bandscheibenvorfall. Typisch tritt sie zwischen dem zweiten und siebten Lebensjahr auf, erste Veränderungen können aber schon im ersten Jahr beginnen. Je nach Schwere reicht die Folge von Schmerzen bis zur Lähmung der Hinterhand.
Vollständig verhindern lässt sie sich nicht – die Veranlagung ist Teil der Rasse. Beeinflussen lässt sich aber vieles, und zwar von Anfang an:
- Kein Übergewicht. Jedes Kilo zu viel lastet auf der Wirbelsäule. Das ist der wichtigste Punkt überhaupt.
- Keine Treppen, kein Springen. Weder hinauf noch hinunter, und schon gar nicht vom Sofa. Rampen sind beim Dackel keine Übertreibung.
- Rücken waagerecht halten. Beim Hochheben immer mit beiden Händen, Brust und Hinterteil gleichzeitig stützen. Niemals unter den Achseln hochziehen.
- Muskulatur aufbauen. Ein gut bemuskelter Rücken stützt die Wirbelsäule. Schwimmen und gleichmäßiges Laufen sind ideal.
- Kein Geschirr, das auf den Rücken drückt. Und keine ruckartigen Leinenimpulse.

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Warum die Fütterung beim Dackel mehr entscheidet als bei anderen
Bei den meisten Rassen ist Übergewicht ein Gesundheitsrisiko unter vielen. Beim Dackel ist es der Risikofaktor – weil das Gewicht direkt auf die anfälligsten Bandscheiben des Hundewesens drückt.
Dackel neigen dazu, kräftig zuzulegen. Sie sind ausgesprochen gute Bettler, sie bewegen sich weniger als große Rassen, und ihr kompakter Körper verzeiht wenig. Zwei Kilo zu viel sind bei einem Hund, der acht wiegen soll, ein Viertel seines Gewichts.
Wiege deinen Dackel regelmäßig und richte dich nach seiner Figur, nicht nach der Packungsangabe. Die Rippen sollten sich unter leichtem Druck fühlen lassen, ohne sichtbar zu sein. Wie du die Menge bestimmst, steht unter Futtermenge für Welpen.
Der Dackeleigensinn
Dackel gelten als stur. Das ist nicht ganz fair – sie sind nicht stur, sie sind selbstständig. Ein Hund, der allein in einen Bau kriecht und dort auf einen Dachs trifft, kann nicht auf Anweisungen warten. Er muss selbst entscheiden.
Diese Eigenschaft wurde jahrhundertelang gefördert. Sie verschwindet nicht, weil der Hund jetzt im Wohnzimmer liegt. Für die Erziehung heißt das:
- Freundlich und konsequent. Druck erzeugt bei einem Dackel Widerstand, nicht Gehorsam.
- Der Rückruf ist das wichtigste Kommando. Ein Dackel, der eine Spur aufnimmt, ist weg – und er ist ausdauernd.
- Kurze Einheiten. Er lernt schnell, langweilt sich aber ebenso schnell.

Dackel FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Dackel und Teckel?
Keiner. „Teckel” ist die jagdliche Bezeichnung, „Dachshund” der offizielle Rassename, „Dackel” die umgangssprachliche Form. Gemeint ist derselbe Hund.
Welche Dackelart ist die ruhigste?
Tendenziell der Langhaardackel – durch die eingekreuzten Spaniel und Setter. Der Rauhaardackel gilt als der lebhafteste. Den Eigensinn haben alle drei.
Wie groß wird mein Dackel Welpe?
Das steht erst mit 15 Monaten fest, wenn der Brustumfang gemessen wird. Größe und Maße der Elterntiere sind der beste Anhaltspunkt.
Sind Dackel gute Familienhunde?
Ja, mit Regeln. Sie sind fröhlich und anhänglich, brauchen aber Kinder, die verstehen, dass ein Dackel nicht getragen und nicht bedrängt wird – schon wegen seines Rückens.
Wie viel Bewegung braucht ein Dackel?
Mehr, als man einem kurzbeinigen Hund zutraut: gut eine Stunde am Tag. Wichtig ist gleichmäßiges Laufen statt Springen und Toben – das schont die Wirbelsäule und baut Muskulatur auf.
Zusammenfassung
Der Dackel ist ein Jagdhund im Format eines Begleithundes: selbstständig, fröhlich, ausdauernd und mit einem Rücken, der besondere Rücksicht verlangt. Die Wahl zwischen Kurzhaar, Langhaar und Rauhaar ist vor allem eine Frage von Fellpflege und Temperament – die Wahl der Größe eine Frage des Brustumfangs, die sich erst nach über einem Jahr endgültig klärt.




