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Husky Welpen

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Siberian Husky Welpen
Siberian Husky Welpen

Husky Welpen – der Hund, der am häufigsten falsch gekauft wird

Kaum eine Rasse sieht so beeindruckend aus, und kaum eine landet so zuverlässig im Tierheim. Der Siberian Husky ist freundlich, gutmütig und mit Kindern geduldig – und er ist ein Arbeitstier, das für eine einzige Sache gezüchtet wurde: über große Distanzen zu laufen.

Seine Vorfahren lebten bei den Tschuktschen in Nordostsibirien, die mit ihnen Schlitten über weite Strecken zogen. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen die Hunde nach Alaska, wo sie bei Schlittenrennen alles schlugen, was dort lief.

Berühmt wurden sie 1925: Als in Nome eine Diphtherie-Epidemie ausbrach und das Serum nicht anders durchkam, transportierten Hundegespanne es in einem Staffellauf über mehr als 1000 Kilometer durch den Winter. Die Leithunde Balto und Togo stehen bis heute in New York und Alaska als Denkmal.

Dieser Hund steckt im Welpen, den du dir ansiehst. Alles Weitere folgt daraus.

UrsprungslandSibirien – Patronat USA
Größe53,5 bis 60 cm (Rüden), 50,5 bis 56 cm (Hündinnen)
Gewicht20,5 bis 28 kg (Rüden), 15,5 bis 23 kg (Hündinnen)
Alter12 bis 14 Jahre
Fellmittellanges Deckhaar mit sehr dichter Unterwolle
Farbevon Schwarz bis Reinweiß, mit vielfältigen Kopfzeichnungen
VerwendungSchlitten- und Zughund
Klassifikation F.C.I.Gruppe 5, Sektion 1 Nordische Schlittenhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Drei Dinge, die du nicht wegtrainieren kannst

Bei dieser Rasse geht es weniger um Erziehung als um realistische Erwartungen. Drei Eigenschaften gehören zum Husky, und keine davon lässt sich abtrainieren.

Der Rückruf wird nie zuverlässig. Ein Schlittenhund wurde dafür gezüchtet, nach vorn zu laufen – nicht zurückzukommen. Kombiniert mit einem ausgeprägten Jagdtrieb heißt das: Ein Husky, der losläuft, läuft weiter. Er kommt wieder, wenn er fertig ist, und er kann dabei viele Kilometer zurücklegen. Freilauf ist außerhalb eingezäunten Geländes keine Option; die Schleppleine ist bei dieser Rasse der Normalfall.

Er bricht aus. Der Husky gräbt unter Zäunen durch, klettert über sie und springt erstaunlich hoch. Ein Gartenzaun, der für andere Rassen genügt, ist für ihn eine Anregung. Rechne mit mindestens 1,80 Meter Höhe, einer Untergrabsicherung und einem Blick auf alles, was als Kletterhilfe taugt.

Er ist kein Wachhund. Der Husky ist Fremden gegenüber offen und freundlich – auch denen, die nachts durch den Garten gehen. Wer einen Schutzhund sucht, sucht falsch.

Dazu kommt: Er bellt kaum, aber er heult. Ein ausdauerndes, mehrstimmiges Heulen, das in einem Reihenhaus zum Nachbarschaftsthema wird.

Auf einem Blick

Die Schleppleine ist bei dieser Rasse kein Eingeständnis, sondern der Normalfall.

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Was er stattdessen braucht

Der Husky braucht Zugarbeit. Das ist die Beschäftigung, für die er gebaut ist, und nichts ersetzt sie vollwertig.

In Deutschland heißt das in der Praxis: Zughundesport – Canicross (Laufen mit Zugleine), Bikejöring, Scooter oder Wagen. Dafür gibt es Vereine in fast jeder Region, und ein Husky, der zweimal die Woche ziehen darf, ist ein anderer Hund als einer, der nur spazieren geht.

Plane zwei bis drei Stunden täglich ein, davon ein echter Ausdaueranteil. Nasenarbeit ergänzt gut, ersetzt aber das Laufen nicht. Noch kompromissloser in diesem Punkt ist der Kanadische Eskimohund.

Was nicht funktioniert: Ein großer Garten. Ein Husky im Garten gräbt, heult oder überwindet den Zaun. Fläche ist keine Beschäftigung.

Und ein Punkt zur Jahreszeit: Der Husky ist hitzeempfindlich. Sein Fell isoliert hervorragend gegen Kälte, aber bei über 20 Grad wird jede Belastung zum Problem. Zughundesport findet deshalb im Winterhalbjahr statt – im Sommer verlagert sich alles in die frühen Morgenstunden.

Der Charakter & das Wesen von Husky Welpen

Vom Wesen her ist der Husky ausgesprochen angenehm: freundlich, verträglich, verspielt, mit wenig Aggressionsbereitschaft und großer Geduld gegenüber Kindern. Er ist ein Rudeltier und kommt mit anderen Hunden meist gut zurecht.

Was er nicht ist: unterordnungsbereit. Der Husky arbeitet im Gespann selbstständig und trifft eigene Entscheidungen. Er lernt schnell, führt aber nur aus, was ihm sinnvoll erscheint. Klassisches Unterordnungstraining geht an ihm vorbei; Kooperation und Belohnung führen weiter.

Er bleibt außerdem ungern allein. Als Rudelhund sucht er Gesellschaft – von Menschen oder von anderen Hunden.

Zu den Augen: Blaue Augen oder zwei verschiedenfarbige Augen sind beim Husky rassetypisch und völlig unbedenklich – anders als bei Merle-Rassen. Sie sind kein Qualitätsmerkmal und kein Aufpreis wert.

Blaue oder zweifarbige Augen sind beim Husky rassetypisch und unbedenklich – aber keinen Aufpreis wert.

Fellpflege und Gesundheit

Der Husky ist eine robuste, wenig überzüchtete Rasse und wird mit 12 bis 14 Jahren gut alt. Was ein so bewegungsfreudiger Hund an Futter braucht, steht im Beitrag zur Futtermenge für Welpen.

Die Fellpflege ist im Alltag einfach: einmal wöchentlich bürsten, und Baden ist fast nie nötig – das Fell reinigt sich weitgehend selbst und riecht kaum.

Zweimal im Jahr kommt dafür der Fellwechsel, und der hat es in sich. Über zwei bis drei Wochen verliert der Husky seine komplette Unterwolle in Büscheln. In dieser Zeit hilft nur tägliches Auskämmen.

Geschoren wird nicht. Das Fell isoliert in beide Richtungen und schützt im Sommer vor Sonne. Geschorenes Deckhaar wächst zudem oft nicht mehr in alter Struktur nach.

Neben den rassetypischen Punkten gehören Zecken und Flöhe und die Gewichtskurve in den Alltag.

Husky FAQ

Ist der Husky ein Anfängerhund?

Nein. Er ist freundlich und gutmütig, aber nicht unterordnungsbereit, nicht abrufbar und sehr bewegungsbedürftig. Ohne Zughundesport oder vergleichbare Auslastung wird er unglücklich.

Kann man einen Husky ableinen?

Nur auf gesichertem Gelände. Der Rückruf wird bei einem Schlittenhund nie zuverlässig.

Wie hoch muss der Zaun sein?

Mindestens 1,80 Meter, mit Untergrabsicherung. Huskys klettern, springen und graben.

Passt er zu Kindern?

Ja, er ist geduldig und wenig reizbar. Die Frage ist eher, ob die Familie den Bewegungsbedarf abdeckt.

Verträgt er deutsche Sommer?

Schlecht. Ab etwa 20 Grad wird Belastung zum Problem. Aktivitäten gehören in die kühlen Tagesstunden, Zugsport ins Winterhalbjahr.

Zusammenfassung

Der Siberian Husky ist ein freundlicher, gutmütiger und außergewöhnlich schöner Hund – und ein Arbeitstier, dessen Zweck das Laufen ist.

Wer Zughundesport betreibt oder betreiben will, einen hohen, untergrabsicheren Zaun hat und damit leben kann, dass sein Hund nie zuverlässig abrufbar ist, bekommt einen wunderbaren Begleiter für zwölf bis vierzehn Jahre.

Wer einen schönen Hund für Spaziergänge sucht, sollte sich anders entscheiden. Das ist keine Abwertung der Rasse – es ist der Grund, warum so viele Huskys im Tierheim sitzen.