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Weißer Schweizer Schäferhund Welpen

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Weißer Schweizer Schäferhund Welpe mit Spielzeug auf dem Rasen
Weißer Schweizer Schäferhund Welpe mit Spielzeug auf dem Rasen

Weißer Schweizer Schäferhund Welpen – der ausgeschlossene Schäferhund

Die Geschichte dieser Rasse beginnt mit einem Ausschluss. Weiße Welpen fielen in der frühen Schäferhundzucht regelmäßig – sie waren Teil der Rasse. 1933 wurde die weiße Farbe in Deutschland aus dem Standard genommen und als Zuchtausschlussgrund festgelegt. Weiße Schäferhunde durften nicht mehr gezüchtet werden.

In Nordamerika sah man das anders. Dort wurden die weißen Linien weitergeführt. Aus ihnen kamen ab den 1970er Jahren Hunde in die Schweiz, wo eine eigenständige Zucht entstand. Seit 2011 ist der Weiße Schweizer Schäferhund von der FCI als eigene Rasse anerkannt – mit der Schweiz als Ursprungsland.

Er ist damit kein weißer Deutscher Schäferhund, sondern eine eigene Rasse mit gemeinsamer Wurzel.

UrsprungslandSchweiz
Größe Rüden58 bis 66 cm
Größe Hündinnen53 bis 61 cm
Gewicht30 bis 40 kg (Rüden), 25 bis 35 kg (Hündinnen)
Alter12 bis 14 Jahre
Farbeweiß
VerwendungBegleit-, Familien- und Rettungshund
Klassifikation F.C.I.Gruppe 1 Hütehunde, Sektion 1 Schäferhunde

Was ihn vom Deutschen Schäferhund unterscheidet

Es ist nicht nur die Farbe. Die getrennte Zuchtgeschichte hat zwei Unterschiede hervorgebracht, die im Alltag mehr ausmachen als das Fell.

Der Rücken. Während in Teilen der deutschen Hochzucht eine stark abfallende Rückenlinie üblich wurde, blieb der Weiße Schweizer Schäferhund gerade gebaut. Für viele Käufer ist genau das der Grund, sich für ihn zu entscheiden.

Das Wesen. Er wurde nie auf Schutzdienst gezüchtet, sondern von Anfang an als Begleit- und Familienhund. Entsprechend ist er weicher, sensibler und deutlich weniger scharf. Seine Wachsamkeit äußert sich in Melden, nicht in Verteidigen.

Die Kehrseite dieser Sensibilität: Er verträgt harte Ansprache schlecht und reagiert stärker auf Stimmungen. Manche Linien neigen zu Schreckhaftigkeit – umso wichtiger ist eine gute Sozialisierung in den ersten Monaten.

Auf einem Blick

Zwei weiße Schweizer Schäferhunde
Der gerade Rücken ist eines der Merkmale, die ihn vom Deutschen Schäferhund unterscheiden.

Weiß ist nicht gleich weiß

Ein Punkt, der beim Kauf immer wieder für Verwirrung sorgt: Die weiße Farbe dieser Rasse hat nichts mit der Scheckung zu tun, die bei anderen Rassen zu angeborener Taubheit führt.

Der Weiße Schweizer Schäferhund trägt ein durchgehend weißes Fell mit dunklen Augen, dunklem Nasenschwamm und pigmentierten Lidrändern. Das ist genetisch etwas anderes als der weiße Anteil bei einem gescheckten Hund – und das Taubheitsrisiko ist entsprechend nicht erhöht.

Was du beim Züchter trotzdem sehen solltest: dunkle Pigmentierung. Nase, Lidränder und Ballen sollen schwarz sein. Aufhellungen sind ein Zuchtfehler.

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Bewegungsdrang der Weißer Schweizer Schäferhund Welpen

Zwei bis drei Stunden am Tag beim erwachsenen Hund – im Bedarf unterscheidet er sich nicht von seinem deutschen Verwandten. Was sich unterscheidet, ist die Art der Beschäftigung, die ihm liegt.

Weil er sensibler und weicher ist, passen ihm kooperative Aufgaben besser als Schutzdienst: Nasenarbeit, Fährten, Mantrailing, Obedience, Rettungshundearbeit, Dogdancing. In der Rettungshundearbeit ist er stark vertreten.

Beim Welpen gilt wie bei allen großen Rassen Zurückhaltung: fünf Minuten je Lebensmonat, zwei- bis dreimal täglich, keine Treppen in Serie im ersten Jahr.

Die Pflege und Haltung eines Weißer Schweizer Schäferhund Welpen

Das Stockhaar mit dichter Unterwolle braucht zweimal wöchentlich die Bürste, im Fellwechsel deutlich häufiger – dann haart er kräftig, und das sieht man auf dunklen Möbeln.

Entgegen der Erwartung ist weißes Fell nicht aufwendiger zu pflegen. Schmutz trocknet ab und fällt heraus, häufiges Baden ist unnötig und schadet dem Fell eher.

Geschoren wird nicht. Das Stockhaar isoliert im Sommer gegen Hitze.

Anfälligkeiten & häufige Krankheiten bei dieser Hunderasse

Hüftgelenks- und Ellenbogendysplasie werden bei den Elterntieren ausgewertet.

Degenerative Myelopathie. Diese fortschreitende Rückenmarkserkrankung kommt auch beim Weißen Schweizer Schäferhund vor und ist genetisch testbar. Frag nach dem DM-Status beider Elterntiere.

Magendrehung. Wie bei allen großen Hunden mit tiefem Brustkorb. Mehrere kleine Mahlzeiten, danach Ruhe.

Allergien und empfindliche Haut kommen bei der Rasse häufiger vor. Wenn dein Hund viel kratzt, sich leckt oder wiederkehrende Ohrenentzündungen hat, lohnt eine Abklärung – auch der Fütterung. Mehr dazu unter Futtermittelunverträglichkeiten.

Weil dieser Hund lange wächst, lohnt eine wöchentliche Gewichtskurve.

Auf einem Blick

Und wie ist es mit der Familientauglichkeit und Kindern?

Hier liegt seine Stärke. Der Weiße Schweizer Schäferhund wurde als Familien- und Begleithund gezüchtet, und das merkt man: geduldig, anhänglich, ohne Schärfe und sehr auf seine Menschen bezogen.

Für Familien ist er damit die naheliegendere Wahl als der Deutsche Schäferhund – vorausgesetzt, die Auslastung stimmt. Zwei bis drei Stunden bleiben zwei bis drei Stunden.

Auf seine Sensibilität solltest du achten: Lautstärke und Hektik setzen ihm mehr zu als robusteren Rassen. Ein Rückzugsort, an den ihm niemand folgt, gehört dazu.

Weißer Schweizer Schäferhund FAQ

Ist er ein weißer Deutscher Schäferhund?

Nein, auch wenn beide dieselbe Wurzel haben. Seit 2011 ist er eine eigenständige FCI-Rasse mit der Schweiz als Ursprungsland, eigenem Standard und getrennter Zuchtlinie.

Sind weiße Schäferhunde häufiger taub?

Nein. Seine weiße Farbe hat nichts mit der Scheckung zu tun, die bei anderen Rassen Taubheit begünstigt. Er hat dunkle Augen und pigmentierte Nase und Lidränder.

Ist er ein guter Wachhund?

Er meldet zuverlässig, verteidigt aber nicht. Wer einen Schutzhund sucht, ist bei dieser Rasse falsch – sie wurde nie darauf gezüchtet.

Haart er stark?

Ja, besonders im Fellwechsel zweimal im Jahr. Zweimal wöchentlich bürsten hält es in Grenzen, in der Wechselzeit häufiger.

Zusammenfassung

Der Weiße Schweizer Schäferhund ist die sanftere Variante des Schäferhundgedankens: gerade gebaut, weich im Wesen, eng an seine Menschen gebunden und nie auf Schutzdienst gezüchtet. Er entstand aus Hunden, die man in Deutschland wegen ihrer Farbe aussortiert hatte – und ist heute für viele Familien die passendere Wahl.