Großpudel (Königspudel) Welpen
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Großpudel Welpen – der Pudel, wie er ursprünglich gemeint war
Wenn heute jemand „Pudel” sagt, denken die meisten an einen kleinen, frisierten Begleithund. Der Großpudel erinnert daran, wofür die Rasse einmal gezüchtet wurde: Er ist ein Wasserapportierhund und damit ein echter Arbeitshund.
Du wirst den Großpudel oft auch als Königspudel angeboten finden. Das ist kein eigener Rassename, sondern eine Verkaufsbezeichnung für besonders große Exemplare. Die FCI kennt nur vier Größen, und die größte davon ist der Großpudel.
| Ursprungsland | Frankreich |
| Größe Rüden | 45 bis 60 cm, Toleranz 2 cm |
| Größe Hündinnen | 45 bis 60 cm, Toleranz 2 cm |
| Gewicht Rüden | 20 bis 30 kg |
| Gewicht Hündinnen | 20 bis 28 kg |
| Alter | 12 bis 15 Jahre |
| Verwendung | ursprünglich Wasserapportierhund, heute Begleit- und Sporthund |
| Farbe | schwarz, weiß, braun, grau, falbfarben |
| Klassifikation F.C.I. | Gruppe 9, Sektion 2 Pudel, ohne Arbeitsprüfung |
Geschichte & Herkunft
Der Name kommt vom altdeutschen Wort „puddeln”, was so viel wie planschen bedeutet. Genau das war die Aufgabe: Jäger schickten den Pudel ins kalte Wasser, um geschossene Enten zu apportieren.
Selbst die berühmte Löwenschur hatte einen Zweck und war keine Modeerscheinung. Brustkorb und Gelenke blieben behaart und damit warm, der Rest wurde geschoren, damit der Hund im nassen Fell nicht zu schwer wurde. Erst später wurde aus dem Arbeitshund ein Modehund – und aus der Schur eine Frisur.
Von diesem Jagdhund ist im Großpudel mehr übrig, als sein Aussehen vermuten lässt.
Auf einem Blick
- der Name stammt vom Wort „puddeln”, also planschen
- ursprünglich ein Wasserapportierhund für die Entenjagd
- die Löwenschur hatte einen praktischen Grund
- der Arbeitswille ist bis heute vorhanden

Der Charakter & das Wesen von Großpudel Welpen
Großpudel gehören zu den lernfreudigsten Hunden überhaupt. Dein Welpe wird Zusammenhänge schneller verstehen, als dir manchmal lieb ist – und das gilt auch für Dinge, die du ihm gar nicht beibringen wolltest.
Er ist menschenbezogen, freundlich und will gefallen. Wachhund im klassischen Sinn ist er keiner: Er meldet Besuch, aber er verteidigt nicht. Fremden gegenüber ist er meist aufgeschlossen, ohne aufdringlich zu sein.
Was du wissen solltest: Ein gelangweilter Großpudel sucht sich selbst eine Aufgabe. Seine Vorschläge werden dir selten gefallen.
Bewegungsdrang der Großpudel Welpen
Zwei Stunden Bewegung am Tag sind bei einem ausgewachsenen Großpudel kein ehrgeiziger Richtwert, sondern das Normalmaß. Entscheidender als die Dauer ist aber die Art der Beschäftigung. Ein Großpudel, der zwei Stunden neben dir herläuft, ist danach müde in den Beinen und hellwach im Kopf.
Was ihn wirklich auslastet:
- Apportieren, am liebsten aus dem Wasser. Die Veranlagung bringt er mit, du musst sie nur abrufen.
- Nasenarbeit wie Fährten oder Gegenstände suchen. Zwanzig Minuten Suchen erschöpfen ihn mehr als eine Stunde Spazierengehen.
- Hundesport wie Dummyarbeit, Obedience oder Agility. Beim Agility gilt allerdings: erst ab etwa 15 Monaten, wenn die Wachstumsfugen geschlossen sind.
Für den Welpen gilt das alles noch nicht. Hier ist weniger mehr – dazu gleich mehr.
Das erste Jahr: langsam wachsen lassen
Hier unterscheidet sich der Großpudel am deutlichsten von seinen kleinen Verwandten. Ein Toypudel ist mit acht Monaten weitgehend fertig, ein Großpudel wächst bis weit ins zweite Lebensjahr. In dieser Zeit ist sein Bewegungsapparat verletzlich.
Der häufigste vermeidbare Fehler ist zu schnelles Wachstum. Ein Welpe, der zu energiereich gefüttert wird, legt schneller an Masse zu, als Knochen, Bänder und Sehnen mitkommen. Die Folgen siehst du nicht im Welpenalter, sondern Jahre später als Gelenkproblem. Dein Großpudel Welpe soll gleichmäßig wachsen, nicht schnell.
Dasselbe gilt für die Bewegung: keine langen Radtouren, kein Treppensteigen in Serie, kein stundenlanges Toben mit großen Hunden. Als Faustregel haben sich fünf Minuten Spaziergang je Lebensmonat verbreitet – für diese Zahl gibt es allerdings keine Studiengrundlage, und sie misst das Falsche. Worauf es wirklich ankommt, steht unter Wie lange Gassi mit dem Welpen?.
Auf einem Blick
- der Großpudel wächst bis weit ins zweite Lebensjahr
- zu energiereiches Futter schadet den Gelenken dauerhaft
- mehrere kurze Runden, auf denen der Welpe das Tempo bestimmt
- keine Radtouren und kein Treppensteigen in Serie im ersten Jahr
- Kopfarbeit darf dagegen von Anfang an dazugehören

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Anfälligkeiten & häufige Krankheiten bei dieser Hunderasse
Beim Großpudel stehen die Gelenke im Vordergrund. Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED) sind bei großen Rassen verbreitet und werden vererbt. Seriöse Zuchtverbände schreiben eine Auswertung der Elterntiere vor.
Lass dir die Befunde zeigen, bevor du dich entscheidest. Nicht die Aussage „die Eltern sind gesund”, sondern die Papiere. Ein Züchter, der das als Misstrauen auffasst, ist der falsche. Woran du einen guten erkennst, steht unter seriöse Hundezüchter erkennen.
Das zweite große Thema ist die Magendrehung. Der Magen dreht sich um die eigene Achse, Zu- und Abfluss werden abgeklemmt. Ohne Operation innerhalb weniger Stunden endet das tödlich. Anzeichen sind ein aufgeblähter, harter Bauch, erfolgloses Würgen, Unruhe und starkes Speicheln.
Vorbeugen kannst du mit zwei einfachen Gewohnheiten: die Tagesration auf mehrere Mahlzeiten verteilen statt einer großen, und nach dem Fressen eine Stunde Ruhe halten, bevor getobt wird.
Bei einem Hund, der so lange wächst, zählt die Gleichmäßigkeit der Zunahme mehr als das Tempo: Wächst mein Welpe richtig?.
Auf einem Blick
- HD und ED sind die häufigsten Gelenkprobleme, beide werden vererbt
- lass dir die Untersuchungsbefunde der Elterntiere zeigen
- die Magendrehung ist ein lebensbedrohlicher Notfall
- mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen
- nach dem Fressen eine Stunde Ruhe
Die Pflege und Haltung eines Großpudel Welpen
Pudelfell haart nicht, es wächst – wie Menschenhaar. Das klingt bequem, ist es aber nicht. Ohne Schur verfilzt das Fell bis auf die Haut, und verfilztes Fell zieht schmerzhaft und entzündet sich darunter. Alle sechs bis acht Wochen zum Hundefriseur ist beim Pudel keine Kosmetik, sondern Pflege.
Beim Großpudel ist das die drei- bis vierfache Fläche eines Zwergpudels, und der Termin kostet entsprechend mehr. Über ein Hundeleben gerechnet kommt dabei ein vierstelliger Betrag zusammen.
Was du im Welpenalter dafür tun kannst: Gewöhne ihn an das Prozedere, bevor es nötig wird. Pfoten anfassen, Ohren anschauen, die laufende Schermaschine hören und spüren lassen – jeden Tag ein paar Minuten, ruhig und ohne Zwang. Ein ausgewachsener Großpudel, der sich beim Friseur wehrt, ist ein ernsthaftes Problem. Dreißig Kilo lassen sich nicht festhalten.
Die Erziehung eines Großpudels
Großpudel lernen schnell, auch das Falsche. Wenn Ziehen an der Leine dreimal zum Ziel führt, ist es gelernt. Bei einem Toypudel kannst du das aussitzen, bei einem Hund, der ausgewachsen dreißig Kilo wiegt, nicht.
Vorrang hat deshalb alles, was mit seiner Größe zu tun hat:
- Leinenführigkeit von Anfang an, solange er noch acht Kilo wiegt
- nicht anspringen – was beim Welpen niedlich aussieht, wirft später Kinder und ältere Menschen um
- ein verlässlicher Rückruf, bevor der Apportiertrieb richtig erwacht
Dafür bekommst du einen Hund, mit dem Training Freude macht. Die Grundkommandos sitzen beim Pudel meist schneller als bei den meisten anderen Rassen.

Und wie ist es mit der Familientauglichkeit und Kindern?
Vom Wesen her ist der Großpudel gutmütig, geduldig und robust genug für einen lebhaften Haushalt. Er ist deutlich unempfindlicher als ein Toypudel, den schon ein Sprung vom Sofa verletzen kann.
Die Vorsicht geht hier in die andere Richtung. Ein junger Großpudel im Spieleifer wiegt mehr als ein Kindergartenkind und hat kein Gefühl dafür. Feste Regeln für beide Seiten und ein Rückzugsort, an den das Kind dem Hund nicht folgt, gehören dazu. Mehr dazu findest du unter Welpen und Kinder.
Welches Hundefutter für einen Großpudel Welpen
Zwei Dinge sind beim Großpudel anders als bei den kleinen Varietäten.
Erstens die Menge. Ein Großpudel Welpe frisst im Wachstum ein Vielfaches dessen, was ein Toypudel braucht. Futter ist bei dieser Größe ein echter Kostenfaktor. Wie du die Menge richtig bestimmst, statt einer Rassetabelle zu folgen, steht unter Futtermenge für Welpen.
Zweitens der Rhythmus. Drei bis vier kleinere Mahlzeiten statt zweier großer entlasten den Magen und sind gleichzeitig die beste Vorbeugung gegen die Magendrehung. Worauf es bei der Zusammensetzung im Wachstum ankommt, vor allem beim Verhältnis von Kalzium und Phosphor, liest du unter Welpenfutter.
Großpudel FAQ
Ist der Königspudel eine eigene Rasse?
Nein. „Königspudel” ist eine Verkaufsbezeichnung für besonders große Großpudel. Die FCI kennt vier Varietäten, und die größte davon ist der Großpudel.
Wie groß wird ein Großpudel?
45 bis 60 cm Widerristhöhe, mit einer Toleranz von 2 cm nach oben. Alles deutlich darüber entspricht nicht mehr dem Standard.
Passt ein Großpudel in eine Wohnung?
Ja, wenn der Auslauf stimmt. Zu Hause liegt er ruhig, sofern er draußen seine Aufgabe bekommen hat. Die Wohnungsgröße ist dabei das kleinere Problem als dein Zeitaufwand.
Wie viel Bewegung braucht ein Großpudel Welpe?
Deutlich weniger als der erwachsene Hund. Als Richtwert gelten fünf Minuten Spaziergang je Lebensmonat, zwei- bis dreimal täglich. Kopfarbeit darf dagegen von Anfang an dazugehören.
Was kostet ein Großpudel im Unterhalt?
Futter, Hundefriseur alle sechs bis acht Wochen, Tierarzt mit Dosierungen für einen großen Hund, Steuer und Versicherung. Im Unterhalt ist er die teuerste der vier Pudelgrößen. Eine Aufstellung findest du unter Kostenfaktor Hund.
Zusammenfassung
Der Großpudel ist ein Arbeitshund im Pelz eines Salonlöwen: klug, wasserverrückt, menschenbezogen und auf eine Aufgabe angewiesen. Wenn du ihm die gibst, bekommst du einen außergewöhnlich angenehmen Familienhund. Wenn du ihn nur schön findest, bekommst du einen unterforderten großen Hund – und das ist etwas völlig anderes.
Wie er sich zu den anderen drei Größen verhält, siehst du im Vergleich der vier Pudelarten.




