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Leonberger Welpen

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Leonberger Welpen
Leonberger Welpe sitzt im Wald

Leonberger Welpen – der bewegliche unter den Riesen

Der Leonberger ist ein großer Hund, der sich nicht wie einer benimmt. Er ist leichtfüßig, ausdauernd, wasserverrückt und deutlich sportlicher, als seine 80 Kilogramm vermuten lassen. Wer einen Riesen sucht, der wirklich mitkommt – auf lange Wanderungen, an den See, ins Wasser –, ist hier richtig.

Und er ist die Riesenrasse, bei der du die wichtigsten Gesundheitsfragen vorher klären kannst. Für zwei der schwerwiegendsten Erkrankungen gibt es Gentests. Das ist ein Vorteil, den kaum eine andere große Rasse bietet – und der Grund, warum die Züchterauswahl hier so viel entscheidet.

UrsprungslandDeutschland
Größe72 bis 80 cm (Rüden), 65 bis 75 cm (Hündinnen)
Gewichtbis zu 80 kg (Rüden), bis zu 75 kg (Hündinnen)
Alter7 bis 9 Jahre
Fellmittelweich bis grob, lang, anliegend, mit dichter Unterwolle
Farbelöwengelb, rot, rotbraun, sandfarben – stets mit schwarzer Maske
VerwendungBegleit-, Wach- und Wasserrettungshund
Klassifikation F.C.I.Gruppe 2, Sektion 2.2 Berghunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Die Gentests, nach denen du fragen musst

Beim Leonberger gibt es zwei erbliche Nervenerkrankungen, für die DNA-Tests verfügbar sind. Seriöse Züchter testen ihre Zuchttiere und legen die Ergebnisse unaufgefordert vor.

LPN1 und LPN2 stehen für Leonberger Polyneuropathie. Betroffene Hunde entwickeln eine fortschreitende Nervenschädigung: Die Hinterhand wird schwach, der Gang unsicher, später kann auch der Kehlkopf betroffen sein, was die Atmung beeinträchtigt. LPN1 zeigt sich oft schon im Junghundalter, LPN2 meist später.

LEMP steht für Leukoenzephalomyelopathie, eine Erkrankung des zentralen Nervensystems mit ähnlichen Ausfällen in der Bewegungskoordination.

Beide werden rezessiv vererbt. Das heißt: Ein Hund erkrankt nur, wenn er die Anlage von beiden Elterntieren erbt. Ein getesteter Träger darf also durchaus zur Zucht eingesetzt werden – aber nur mit einem freien Partner. Genau das ist die Information, die du sehen willst.

Frag konkret nach den Befunden beider Elterntiere zu LPN1, LPN2 und LEMP. Ein Züchter, der diese Tests nicht kennt oder für übertrieben hält, ist bei dieser Rasse der falsche.

Auf einem Blick

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Ein Hund, der für Wasser gebaut ist

Der Leonberger hat Schwimmhäute zwischen den Zehen und ein Fell, das Wasser abweist statt aufzusaugen. Beides ist kein Zufall: Die Rasse wurde über Generationen für die Wasserrettung eingesetzt und wird dafür bis heute ausgebildet.

Das prägt den Alltag mit ihm. Ein Leonberger geht nicht am Wasser vorbei. Jeder See, jeder Bach, jede Pfütze ist eine Einladung. Wer das als Problem sieht, sollte eine andere Rasse wählen – wer einen Hund sucht, der bei jedem Wetter mit ins Wasser geht, findet kaum einen besseren.

Für die Auslastung heißt das: Schwimmen und Apportieren im Wasser sind ideal, weil sie Kondition aufbauen, ohne die Gelenke zu belasten. Das macht sie gerade in der Wachstumsphase wertvoll.

Schwimmhäute und wasserabweisendes Fell: Der Leonberger wurde für die Wasserrettung gezüchtet.

Der Charakter & das Wesen von Leonberger Welpen

Der Leonberger ist selbstbewusst, freundlich und ausgesprochen nervenstark. Er ist kein unterwürfiger Hund, aber auch kein eigenwilliger – er arbeitet gern mit und ist deutlich lernfreudiger als die meisten Riesenrassen.

Er ist kinderlieb, sozialverträglich und zeigt wenig Jagdtrieb. Gegenüber Fremden ist er aufmerksam und meldet zuverlässig, ohne aggressiv zu werden. Sein Wachtrieb ist ausgeprägter als beim Bernhardiner, seine Reizschwelle dennoch hoch.

Was er braucht, ist Anschluss. Er will bei seinen Menschen sein und verträgt lange Alleinzeiten schlecht. Und er braucht deutlich mehr Bewegung als sein Schweizer Verwandter: lange Spaziergänge, Wandern, Schwimmen. Ein Leonberger, der nur um den Block geht, ist ein unzufriedener Hund.

Die Erziehung gehört ins Welpenalter. Ein Junghund von 60 Kilo lässt sich nicht mehr über Körperkraft korrigieren. Er lernt schnell und gern – nutze das, solange er noch leicht ist.

Das Wachstum: langsam, schlank, ohne Zusätze

Wie bei allen Riesenrassen entscheidet das erste Lebensjahr über die Gelenke. Die Regeln sind dieselben wie beim Bernhardiner:

Beim Leonberger kommt ein Vorteil hinzu: Schwimmen ist die gelenkschonendste Art, einen schweren Junghund auszulasten. Sobald er sicher ins Wasser geht, hast du eine Auslastung, die nichts kostet und nichts belastet.

Mehr Grundlagen findest du in unserem Beitrag zur Futtermenge für Welpen.

Gesundheit und Lebenserwartung

Mit 7 bis 9 Jahren ist die Lebenserwartung selbst für eine Riesenrasse kurz. Neben den Nervenerkrankungen prägen drei Themen das Bild:

Knochenkrebs. Das Osteosarkom ist bei Leonbergern eine der häufigsten Todesursachen. Anhaltendes Lahmen ohne erkennbaren Anlass, besonders an Vorderbein oder Schulter, gehört zügig abgeklärt.

Magendrehung. Tiefer Brustkorb, großes Volumen: Füttere zwei bis drei kleinere Portionen und halte nach dem Fressen eine Stunde Ruhe. Aufgeblähter Bauch mit erfolglosem Würgen ist ein Notfall.

Gelenke. Hüft- und Ellenbogendysplasie kommen vor. Die Zuchtauswahl der Eltern und das Gewicht im Wachstum sind die beiden Hebel, die du beeinflussen kannst.

Mehr Futter macht keinen größeren Hund, nur einen schwereren auf unfertigen Gelenken: Wächst mein Welpe richtig?.

Die Fellpflege

Das lange Deckhaar mit dichter Unterwolle braucht mehrmals wöchentlich die Bürste – besonders hinter den Ohren, an der Halskrause und an den Hosen, wo sich Filz bildet. Zweimal im Jahr steht ein kräftiger Fellwechsel an, in dieser Zeit täglich.

Nach dem Schwimmen genügt es meist, den Hund abtropfen und trocknen zu lassen; das Fell weist Wasser gut ab. Wichtig ist, die Ohren nach jedem Badegang zu kontrollieren und trocken zu tupfen.

Leonberger FAQ

Ist der Leonberger ein Anfängerhund?

Bedingt. Er ist lernfreudig und gutmütig, aber groß, kräftig und bewegungsbedürftig. Wer bereit ist, früh und konsequent zu erziehen und täglich Zeit für lange Runden hat, kommt gut zurecht.

Wie viel Bewegung braucht er?

Als ausgewachsener Hund zwei bis drei Stunden täglich, gern mit Wasser- und Wanderanteil. Deutlich mehr als beim Bernhardiner.

Sabbert der Leonberger?

Deutlich weniger als der Bernhardiner. Die Lefzen sind trockener, der Speichelfluss geringer.

Was ist der Unterschied zum Bernhardiner?

Der Bernhardiner ist schwerer, ruhiger und braucht weniger Bewegung, sabbert aber stark. Der Leonberger ist beweglicher, sportlicher und wasserbegeistert – dafür lebt er im Schnitt noch etwas kürzer und bringt eigene erbliche Nervenerkrankungen mit, die sich allerdings testen lassen.

Verträgt er Hitze?

Schlecht. Das dichte Fell mit Unterwolle staut Wärme. Im Sommer gehören die Runden in die kühlen Stunden, Schatten und Wasser sollten jederzeit verfügbar sein.

Zusammenfassung

Der Leonberger ist der bewegliche, wasserbegeisterte Vertreter unter den Riesenrassen: lernfreudig, nervenstark, familientauglich und deutlich sportlicher, als sein Gewicht vermuten lässt.

Seine Schwachstelle ist die Gesundheit – kurze Lebenserwartung, hohe Knochenkrebsrate und zwei erbliche Nervenerkrankungen. Der entscheidende Unterschied zu anderen Riesen: Für LPN1, LPN2 und LEMP gibt es Gentests. Wer beim Züchter auf diesen Befunden besteht, trifft eine Entscheidung, die viele Jahre wirkt.