Chihuahua Welpen
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Chihuahua Welpen – der kleinste Hund der Welt
Der Chihuahua ist die kleinste anerkannte Hunderasse. Er wiegt zwei bis drei Kilogramm, misst kaum mehr als 20 Zentimeter – und hält sich für erheblich mehr.
Benannt ist er nach dem mexikanischen Bundesstaat Chihuahua. Seine Vorfahren lebten bei den Tolteken und später bei den Azteken; als Rasse beschrieben wurde er Ende des 19. Jahrhunderts, als US-Reisende die Hunde aus Mexiko mitbrachten.
Er ist mutig, wachsam, ausgesprochen anhänglich und außergewöhnlich langlebig. Und er ist die Rasse, bei der der Kaufort mehr über das spätere Leben entscheidet als bei fast jeder anderen.
| Ursprungsland | Mexiko |
| Größe | 15 bis 23 cm |
| Gewicht | 1,5 bis 3 kg – ideal 1,5 bis 2,5 kg |
| Alter | 11 bis 16 Jahre |
| Fell | Kurzhaar oder Langhaar – beides rassetypisch |
| Farbe | alle Farben und Kombinationen außer Merle |
| Verwendung | Gesellschafts- und Begleithund |
| Klassifikation F.C.I. | Gruppe 9, Sektion 6 Chihuahueño. Ohne Arbeitsprüfung. |
„Teacup” ist kein Gütesiegel
Im Internet werden Chihuahuas als „Teacup”, „Micro” oder „Mini” angeboten, oft zu höheren Preisen als normale Welpen. Der Begriff klingt nach etwas Besonderem. Er ist keine Größenklasse, keine Zuchtlinie und kein anerkannter Begriff – er ist ein Verkaufswort.
Was dahintersteckt: Hunde unter dem Standardgewicht entstehen meist durch die gezielte Verpaarung besonders kleiner Tiere oder durch untergewichtige Welpen, die als Rarität verkauft werden. Je kleiner der Hund, desto stärker treten die Probleme dieser Rasse hervor:
- Unterzuckerung. Sehr kleine Welpen haben kaum Energiereserven. Ein verpasster Fütterungszeitpunkt kann Zittern, Schwäche und Krampfanfälle auslösen.
- Knochenbrüche. Ein Sprung vom Sofa reicht bei 1,2 Kilogramm Körpergewicht für einen Bruch.
- Schwere Geburten. Sehr kleine Hündinnen können ihre Welpen oft nicht natürlich zur Welt bringen.
- Verstärkte Fontanellen- und Hirnprobleme. Siehe den nächsten Abschnitt.
Der Rassestandard nennt 1,5 bis 3 Kilogramm, ideal 1,5 bis 2,5. Ein Züchter, der bewusst darunter züchtet, züchtet gegen die Gesundheit seiner Hunde. Wer „Teacup” schreibt, ist kein Züchter.
Auf einem Blick
- „Teacup” und „Micro” sind Verkaufswörter, keine Zuchtbegriffe
- der Standard nennt 1,5 bis 3 kg – darunter häufen sich die Probleme
- sehr kleine Welpen neigen zu Unterzuckerung und Knochenbrüchen
- Merle ist beim Chihuahua nicht zugelassen

Die Molera – die offene Fontanelle
Viele Chihuahua-Welpen kommen mit einer Molera zur Welt: einer Stelle am Oberkopf, an der die Schädelknochen noch nicht geschlossen sind – vergleichbar mit der Fontanelle beim Menschenbaby.
Bei vielen Hunden schließt sie sich in den ersten Lebensmonaten. Bei manchen bleibt sie ein Leben lang offen. Beides gilt in der Rasse als zulässig.
Was das für dich heißt: An dieser Stelle fehlt der knöcherne Schutz. Ein Stoß, ein Sturz oder ein grober Griff kann dort ernsthaften Schaden anrichten. Kinder müssen wissen, dass der Kopf tabu ist.
Wichtiger noch: Eine sehr große Molera in Verbindung mit einem auffällig kuppelförmigen Kopf kann ein Hinweis auf Hydrozephalus sein, einen Wasserkopf. Anzeichen sind ein sehr rundlicher Schädel, hervortretende Augen, Koordinationsprobleme und ungewöhnliches Verhalten. Lass so etwas tierärztlich abklären, bevor du einen Welpen mitnimmst.

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Weitere Gesundheitsthemen
Patellaluxation. Die Kniescheibe springt aus ihrer Führung. Typisches Zeichen: Der Hund läuft normal, nimmt plötzlich ein Hinterbein hoch, hüpft ein paar Schritte und läuft dann weiter, als wäre nichts. Das ist ein Befund, kein Spleen. Lass dir die Untersuchung der Elterntiere zeigen.
Trachealkollaps. Die Luftröhre kleiner Hunde ist weich und kann unter Zug einfallen. Hupendes, gänseartiges Husten ist das Leitsymptom. Deshalb gilt beim Chihuahua wie bei allen Zwergrassen: Geschirr statt Halsband, immer.
Gewicht. Bei zwei bis drei Kilogramm fällt jedes Leckerli ins Gewicht. Rechne sie von der Tagesration ab, statt sie obendrauf zu geben.
Zähne. In einem winzigen Kiefer stehen die Zähne eng, und Zahnstein setzt sich entsprechend schnell fest. Gewöhne deinen Welpen von Anfang an an Zahnpflege – Zahnverlust im mittleren Alter ist bei dieser Rasse häufig und vermeidbar.
Augen. Große, leicht hervorstehende Augen sind anfällig für Verletzungen und trockene Hornhaut.
Womit du bei der Vorsorge rechnen solltest, steht unter Tierarztkosten.
Der Charakter & das Wesen von Chihuahua Welpen
Der Chihuahua ist mutig, selbstbewusst, wachsam und eng an seine Person gebunden – oft an genau eine. Er ist intelligent und lernt schnell, wenn es sich für ihn lohnt.
Sein Ruf als zickiger Kläffer stammt fast ausschließlich aus dem Umgang mit ihm, nicht aus der Rasse. Drei Dinge machen den Unterschied:
Behandle ihn wie einen Hund. Ein Chihuahua, der ständig getragen wird, lernt die Welt nie von unten kennen. Lass ihn laufen, schnüffeln, eigene Erfahrungen machen.
Nimm ihn nicht hoch, wenn ein großer Hund kommt. Das verstärkt die Unsicherheit und den Krawall. Besser ist ruhiger, kontrollierter Kontakt zu freundlichen, souveränen Hunden – früh und oft.
Setze Regeln. Was bei einem 30-Kilo-Hund niemand durchgehen ließe, wird beim Chihuahua oft übersehen. Er merkt das. Klare, freundliche Konsequenz macht ihn entspannter, nicht unglücklicher.
Sein Bewegungsbedarf ist klein, aber real: eine halbe bis eine Stunde täglich, gern aufgeteilt. Er ist erstaunlich gut in Hundesport – Agility und Dogdancing in Zwerggröße liegen ihm.
Kälte ist sein Thema. Besonders der Kurzhaar-Chihuahua hat kaum Wärmeschutz und braucht bei Nässe und Kälte einen gut sitzenden Mantel.

Kurzhaar oder Langhaar?
Beide Varianten sind rassetypisch und stammen aus demselben Zuchtbestand. Der Unterschied ist reiner Pflegeaufwand.
Der Kurzhaar-Chihuahua braucht nur gelegentliches Abwischen mit einem weichen Tuch, friert dafür schneller.
Der Langhaar-Chihuahua hat weiches, langes Haar mit Befederung an Ohren, Rute und Hinterläufen. Er sollte zwei- bis dreimal wöchentlich gebürstet werden, besonders hinter den Ohren. Dafür ist er bei Kälte etwas besser geschützt.
Auf Wesen und Gesundheit hat die Fellvariante keinen Einfluss. Mit dem deutlich fellreicheren Zwergspitz hat auch der Langhaar-Chihuahua wenig gemein – dessen Unterwolle steht ab, sein Haar liegt an.
Chihuahua FAQ
Wie alt wird ein Chihuahua?
11 bis 16 Jahre. Er gehört zu den langlebigsten Hunderassen überhaupt.
Ist der Chihuahua ein Anfängerhund?
Ja, wenn du bereit bist, ihn wie einen Hund zu behandeln und nicht wie ein Accessoire. Der schlechte Ruf der Rasse entsteht fast immer durch fehlende Regeln und fehlende Sozialisierung.
Passt er zu Kindern?
Zu älteren, ruhigen Kindern ja. Er ist sehr zierlich, und bei offener Fontanelle ist der Kopf besonders empfindlich. Für Kleinkinder ist er ungeeignet.
Warum kein Halsband?
Die Luftröhre kleiner Hunde ist weich und kann unter Zug einfallen. Ein gut sitzendes Geschirr verteilt den Zug auf den Brustkorb.
Was bedeutet „Teacup Chihuahua”?
Nichts Gutes. Es ist ein Verkaufswort für Hunde unter dem Standardgewicht, bei denen sich Unterzuckerung, Knochenbrüche und Schädelprobleme häufen.
Zusammenfassung
Der Chihuahua ist ein mutiger, kluger und außergewöhnlich langlebiger kleiner Hund, der weit mehr kann, als sein Ruf vermuten lässt – vorausgesetzt, er darf Hund sein.
Beim Kauf zählt vor allem eines: Finger weg von „Teacup”, „Micro” und allem, was unter 1,5 Kilogramm beworben wird. Ein Züchter, der Patella- und Herzuntersuchungen vorlegt und dessen Elterntiere im Standardgewicht liegen, ist den Unterschied wert – er entscheidet über anderthalb Jahrzehnte.




