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Riesenschnauzer Welpen

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Riesenschnauzer Welpen
Riesenschnauzer Welpe mit Halsband beim Spazierengehen

Riesenschnauzer Welpen – das vergrößerte Abbild

Der Rassestandard fasst ihn in einem Satz zusammen: „das vergrösserte, kraftvolle Abbild des Schnauzers” – und beschreibt ihn als trutzig-wehrhaften Hund von respekteinflößendem Aussehen.

Er stammt aus Süddeutschland, vor allem aus dem Raum München, wo er Vieh zu den Märkten trieb und Brauereien und Metzgereien bewachte. Der alte Spitzname Bierschnauzer kommt von dort. Ab 1925 wurde er als Diensthund anerkannt und steht seitdem bei Polizei und Militär im Einsatz.

Das erklärt, worum es bei dieser Rasse geht: Der Riesenschnauzer ist ein Arbeitshund mit hohem Antrieb, keine vergrößerte Ausgabe eines Familienbegleiters.

UrsprungslandDeutschland
Größe60 bis 70 cm
Gewicht35 bis 47 kg
Alter12 bis 14 Jahre
Fellrau, drahtig, dicht – mit Unterwolle und ausgeprägtem Bart
Farbereinschwarz oder pfeffersalz
VerwendungGebrauchs-, Dienst- und Begleithund
Klassifikation F.C.I.Gruppe 2, Sektion 1.2 Schnauzer. Mit Arbeitsprüfung.

Ein Hund, der Arbeit braucht – nicht Auslauf

Das ist der Punkt, an dem die meisten Fehlkäufe bei dieser Rasse passieren. Der Riesenschnauzer sieht aus wie ein imposanter Begleithund. Er ist ein Diensthund.

Sein Antrieb ist hoch und konstant. Er wird nicht müde, er schaltet nicht von allein ab, und er wartet auf die nächste Aufgabe. Drei Stunden Spaziergang machen ihn fitter, nicht zufriedener.

Er braucht Kopfarbeit, nicht Kilometer. Fährtenarbeit, Mantrailing, Obedience, Schutzdienst im Verein, Rettungshundearbeit – das lastet ihn aus. Plane realistisch zwei bis drei Stunden täglich ein, davon einen guten Teil als echte Aufgabe.

Er lernt schnell und in beide Richtungen. Was du dreimal durchgehen lässt, ist bei ihm ein Muster. Dafür sitzt eine sauber aufgebaute Übung oft nach wenigen Wiederholungen.

Er ist wachsam und meldet deutlich. Der Schutztrieb ist vorhanden und gehört kanalisiert, nicht unterdrückt. Ein Verein mit Erfahrung in Gebrauchshundesport ist bei dieser Rasse eine der besten Investitionen überhaupt.

Wer ihm das nicht bieten kann, bekommt keinen ruhigen Hund, sondern einen unterforderten – und ein unterforderter 45-Kilo-Hund mit Diensthundeanlagen ist ein ernsthaftes Problem für seine Umgebung.

Auf einem Blick

Ein Diensthund, kein vergrößerter Familienbegleiter – der Antrieb ist hoch und konstant.

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Trimmen – wie beim kleinen Bruder, nur mehr davon

Das raue Deckhaar des Riesenschnauzers funktioniert genauso wie beim Zwergschnauzer: Es wächst bis zu einer bestimmten Länge, stirbt ab und bleibt im Fell hängen, statt auszufallen.

Getrimmt werden diese abgestorbenen Haare herausgezupft, sodass neues, hartes Deckhaar nachwächst. Geschoren wird das Haar nur abgeschnitten – es wächst mit weicher Spitze nach, verliert Farbe und Struktur, und die Unterwolle setzt sich mit jedem Mal stärker durch.

Der Unterschied zum Zwergschnauzer ist schlicht die Fläche. Rechne mit drei bis vier Trimmterminen im Jahr und entsprechend mehr Zeit oder Kosten pro Termin. Dazwischen genügt gelegentliches Bürsten.

Der Vorteil: Ein getrimmter Riesenschnauzer haart praktisch nicht – bei einem Hund dieser Größe ein spürbarer Unterschied im Haushalt.

Der Bart braucht tägliche Aufmerksamkeit. Er sammelt Futter und Wasser und wird sonst schnell ranzig. Nach jeder Mahlzeit kurz auswischen.

Der Charakter & das Wesen von Riesenschnauzer Welpen

Innerhalb seiner Familie ist der Riesenschnauzer anhänglich, verspielt und mit einem ausgeprägten Sinn für Humor. Er will dabei sein und mitmachen – ein Hund, der im Garten lebt, ist bei dieser Rasse eine Fehlbesetzung.

Gegenüber Fremden ist er zunächst zurückhaltend und aufmerksam. Er ist gutmütig, aber nicht naiv.

Zwei Punkte für die Erziehung:

Er ist selbstbewusst und prüft Regeln. Nicht aus Dominanz, sondern weil er wissen will, was gilt. Klare, ruhige Konsequenz bringt ihn weiter als Lautstärke – Härte erzeugt bei ihm Widerstand.

Er langweilt sich schnell. Zehnmal dasselbe Sitz ist für ihn kein Training, sondern eine Zumutung. Variiere, steigere, bau neue Aufgaben ein.

Für Ersthundehalter ist er nicht geeignet. Wer aber Hundesport betreiben möchte und bereit ist, ihn als Arbeitshund zu behandeln, bekommt einen außergewöhnlich leistungsfähigen Partner.

Aus diesem Welpen werden 45 Kilo – Leinenführigkeit übt man jetzt, nicht später.

Gesundheit

Der Riesenschnauzer ist eine robuste Rasse und wird mit 12 bis 14 Jahren für seine Größe gut alt. Vier Themen gehören dazu:

Gelenke. Hüft- und Ellenbogendysplasie kommen vor.

Augen. Progressive Retinaatrophie und Katarakt sind bekannt; Zuchttiere werden untersucht.

Schilddrüse. Die Unterfunktion zeigt sich schleichend: Trägheit, Gewichtszunahme ohne Futterumstellung, stumpfes Fell. Gut behandelbar, wenn man daran denkt.

Magendrehung. Tiefer Brustkorb: zwei bis drei kleinere Mahlzeiten statt einer großen, danach eine Stunde Ruhe. Aufgeblähter, harter Bauch mit erfolglosem Würgen ist ein Notfall.

Im ersten Lebensjahr gelten die Regeln aller schweren Rassen: schlank halten, kein zusätzliches Kalzium, keine Treppen im Dauerlauf, keine Sprünge aus dem Auto, kein Fahrrad – und Schutz- oder Zugarbeit erst nach Abschluss des Wachstums. Mehr dazu im Beitrag zur Futtermenge für Welpen.

Was im ersten Jahr sonst ansteht – Impfungen, Entwurmung, Wachstumskontrolle – findest du unter Welpen impfen, Welpen entwurmen und Gewichtskurve.

Riesenschnauzer FAQ

Haart der Riesenschnauzer?

Kaum, wenn er getrimmt wird. Das abgestorbene Deckhaar bleibt im Fell hängen und wird beim Trimmen entfernt.

Ist er ein Familienhund?

Innerhalb der Familie ja – anhänglich, verspielt und kinderlieb. Er braucht aber Menschen, die ihn als Arbeitshund auslasten.

Ist der Riesenschnauzer ein Listenhund?

In der Regel nicht. Rasselisten sind Ländersache und ändern sich; wie das System funktioniert, steht in unserem Rottweiler-Beitrag. Frag im Zweifel bei deiner Kommune nach.

Wie viel Beschäftigung braucht er?

Zwei bis drei Stunden täglich, davon ein guter Teil als echte Aufgabe. Reines Laufen reicht ihm nicht.

Was kostet das Trimmen?

Je nach Region und Aufwand meist zwischen 80 und 150 Euro pro Termin, drei- bis viermal im Jahr.

Zusammenfassung

Der Riesenschnauzer ist ein leistungsfähiger, kluger und humorvoller Diensthund im Familienformat – vorausgesetzt, die Familie gibt ihm Arbeit.

Er ist die Rasse dieser Gruppe, bei der die Frage „Was hast du mit ihm vor?” am schwersten wiegt. Wer sie beantworten kann und bereit ist, drei- bis viermal im Jahr trimmen zu lassen, bekommt zwölf bis vierzehn Jahre einen Partner, der alles mitmacht. Wer sie nicht beantworten kann, sollte eine andere Rasse wählen.