Labradoodle Welpen
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Labradoodle Welpen – ein Blindenführhund als Ausgangspunkt
Der Labradoodle ist der älteste und bekannteste der Pudel-Mischlinge. Anders als bei den meisten Kreuzungen lässt sich hier genau sagen, wann und warum er entstanden ist.
Ende der 1980er Jahre suchte eine blinde Frau auf Hawaii einen Führhund. Ihr Mann war allergisch. Der australische Züchter Wally Conron kreuzte einen Labrador Retriever mit einem Großpudel – der Labrador für die Arbeit, der Pudel für das Fell. Der Versuch funktionierte, und aus dem Einzelfall wurde eine Mode.
Conron selbst hat sich später öffentlich von dieser Entwicklung distanziert. Seine Sorge: Der Name wurde zum Verkaufsargument, und es wurde vermehrt, ohne auf Gesundheit zu achten. Diese Kritik gilt bis heute – und sie ist der Grund, warum du beim Kauf genauer hinsehen musst als bei einer anerkannten Rasse.
| Ursprungsland | Australien |
| Elternrassen | Labrador Retriever und Pudel |
| Größe | 35 bis 65 cm, je nach eingekreuzter Pudelgröße |
| Gewicht | 10 bis 30 kg |
| Alter | 12 bis 15 Jahre |
| Verwendung | Begleit-, Familien- und Assistenzhund |
| Klassifikation F.C.I. | nicht anerkannt, kein Rassestandard |
Der Charakter & das Wesen von Labradoodle Welpen
Vom Labrador bringt er Arbeitsfreude, Wasserliebe und eine ausgeprägte Futtermotivation mit. Vom Pudel Klugheit und Lernbereitschaft. In Summe ist das ein Hund, der ausgesprochen gern mit dir arbeitet – und der schnell lernt, wie er bekommt, was er will.
Die Futtermotivation ist dabei Segen und Fluch. Im Training ist sie Gold wert: Ein Labradoodle arbeitet für ein Leckerli mit Begeisterung. Im Alltag führt sie dazu, dass er den Mülleimer erforscht, vom Tisch stibitzt und beim Spaziergang alles frisst, was herumliegt. Das gehört von Anfang an zu den Erziehungsthemen.
Auf einem Blick
- arbeitsfreudig und wasserverrückt wie der Labrador
- klug und lernwillig wie der Pudel
- stark futtermotiviert – im Training ein Vorteil, im Alltag eine Baustelle
- braucht enge Einbindung, kein Hund für den Zwinger

Bewegungsdrang der Labradoodle Welpen
Der Labradoodle ist der sportlichste der vier häufigen Pudel-Mixe. Rechne beim erwachsenen Hund mit mindestens zwei Stunden am Tag – und zwar mit Inhalt, nicht nur mit Strecke.
Was ihm liegt:
- Apportieren. Beide Elternrassen sind Apportierhunde. Das ist die naheliegendste und befriedigendste Beschäftigung für ihn.
- Wasser. Labrador und Pudel sind beide Wasserhunde. Ein Labradoodle, der baden darf, ist ein glücklicher Labradoodle.
- Nasenarbeit und Dummytraining. Fordert ihn mehr als jede Laufstrecke.
Beim Welpen gilt trotzdem Zurückhaltung – bei Radtouren, Treppen und langen Strecken an der Leine, nicht beim freien Laufen. Bei den großen Exemplaren ist das besonders wichtig, weil sie lange wachsen.
Anfälligkeiten & häufige Krankheiten bei dieser Hunderasse
Ein Labradoodle kann die Veranlagungen beider Elternrassen erben. Das ist der entscheidende Unterschied zu einem Rassehund, bei dem der Zuchtverband vorschreibt, worauf getestet werden muss.
Vom Labrador: Hüftgelenksdysplasie und Ellenbogendysplasie. Beides wird vererbt und ist bei den Elterntieren auswertbar. Dazu die Neigung zu Übergewicht – ein Labradoodle setzt schnell an, wenn die Futtermenge nicht stimmt.
Vom Pudel: die progressive Retinaatrophie, eine erbliche Augenerkrankung, die zur Erblindung führt. Sie lässt sich per Gentest ausschließen.
Frag nach den Befunden beider Elterntiere. Beim Doodle gibt es keinen Verband, der das für dich prüft – die Verantwortung liegt bei dir.
Ein Punkt, der bei großen Rassen unterschätzt wird: langsames Wachstum schützt die Gelenke. Mehr unter Wächst mein Welpe richtig?.
Auf einem Blick
- HD- und ED-Auswertung beider Elterntiere verlangen
- Gentest auf progressive Retinaatrophie
- Neigung zu Übergewicht im Blick behalten
- kein Zuchtverband prüft das für dich

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Welches Hundefutter für einen Labradoodle Welpen
Beim Labradoodle ist die Futtermenge wichtiger als bei den meisten anderen Hunden – aus zwei Gründen, die zusammenkommen.
Er frisst gern und viel. Die Labrador-Veranlagung zur Futtermotivation bedeutet auch, dass er selten von allein aufhört. Sättigungsgefühl ist bei dieser Linie kein verlässlicher Maßstab.
Er wächst lange. Bei den großen Exemplaren dauert das Wachstum bis weit ins zweite Lebensjahr. Zu energiereiche Fütterung lässt ihn schneller zunehmen, als seine Gelenke mitwachsen – und die Folgen zeigen sich erst Jahre später.
Wie du die Menge für deinen Hund bestimmst, statt einer Tabelle zu folgen, steht unter Futtermenge für Welpen.
Die Pflege und Haltung eines Labradoodle Welpen
Wie pflegeintensiv dein Labradoodle wird, entscheidet sich beim Fell – und das siehst du dem Welpen noch nicht an.
Ein Hund mit lockigem, pudelähnlichem Fell braucht dieselbe Behandlung wie ein Pudel: alle sechs bis acht Wochen zum Hundefriseur, dazwischen mehrmals wöchentlich bürsten. Ein Hund mit welligem oder fast glattem Fell haart mehr, muss dafür aber seltener geschoren werden.
Verlass dich nicht auf die Beschreibung im Verkaufsgespräch. Frag stattdessen, wie die Geschwister aus früheren Würfen desselben Paares aussehen – das ist der beste verfügbare Anhaltspunkt.
Und wie ist es mit der Familientauglichkeit und Kindern?
Der Labradoodle ist ein guter Familienhund: freundlich, geduldig und robust genug für einen lebhaften Haushalt. Die Einschränkung ist nicht sein Wesen, sondern seine Energie. Er braucht jemanden, der ihn tatsächlich auslastet – sonst sucht er sich selbst Beschäftigung.
Bei den großen Exemplaren gilt außerdem: Ein junger Labradoodle im Spieleifer wirft ein Kleinkind um, ohne es zu merken. Feste Regeln für beide Seiten gehören dazu, mehr dazu unter Welpen und Kinder.
Labradoodle FAQ
Ist der Labradoodle eine anerkannte Rasse?
Nein. Die FCI führt ihn nicht, es gibt keinen Rassestandard und keine Zuchtaufsicht. Was das für den Kauf bedeutet, steht unter Pudel Mix Welpen.
Wie groß wird ein Labradoodle?
Zwischen 35 und 65 cm, je nachdem, welche Pudelgröße eingekreuzt wurde. Frag nach Größe und Gewicht beider Elterntiere.
Ist ein Labradoodle für Allergiker geeignet?
Nicht verlässlich. Allergiker reagieren meist auf Proteine in Speichel und Hautschuppen, nicht auf Haare. Verbringe vor dem Kauf mehrere Stunden mit genau dem Hund, um den es geht.
Wie viel Bewegung braucht ein Labradoodle?
Ausgewachsen mindestens zwei Stunden am Tag, mit echter Beschäftigung. Beim Welpen deutlich weniger Strecke, dafür mehrere kurze Runden in seinem Tempo.
Zusammenfassung
Der Labradoodle ist ein arbeitsfreudiger, kluger und ausgesprochen menschenbezogener Hund – aber kein bequemer. Er braucht Auslastung, konsequente Erziehung rund ums Futter und eine Fellpflege, die sich erst im Lauf des ersten Jahres zeigt. Wer das einplant, bekommt einen großartigen Begleiter.
Die anderen Kreuzungen findest du im Vergleich der Pudel-Mischlinge.




