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Appenzeller Sennenhund Welpen

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Appenzeller Sennenhund Junghund beim Spielen
Appenzeller Sennenhund Junghund beim Spielen

Appenzeller Sennenhund Welpen – der lebhafteste der vier

Vier Schweizer Sennenhunderassen tragen dasselbe dreifarbige Kleid: schwarz mit braunrotem Brand und weißen Abzeichen. Wer sie auseinanderhalten will, schaut zuerst auf die Rute.

Der Appenzeller trägt sie eingerollt über dem Rücken – die sogenannte Posthornrute. Keine der anderen drei Rassen tut das. Ein Sennenhund mit Ringelrute ist ein Appenzeller, und zwar ohne weitere Prüfung.

Und er ist der Temperamentvollste des Quartetts. Das ist der Punkt, an dem die meisten Käufer sich verschätzen: Der Appenzeller sieht aus wie ein handlicher Berner Sennenhund, ist aber im Wesen ein ganz anderer Hund.

UrsprungslandSchweiz
Größe52 bis 56 cm (Rüden), 50 bis 54 cm (Hündinnen)
Gewicht22 bis 32 kg
Alter12 bis 14 Jahre
Fellkurzes, dichtes Stockhaar mit glänzendem Deckhaar
Farbeschwarz mit braunrotem Brand und weißen Abzeichen
VerwendungTreib-, Hof- und Wachhund
Klassifikation F.C.I.Gruppe 2, Sektion 3 Schweizer Sennenhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Die vier Sennenhunde im Vergleich

Alle vier stammen aus derselben bäuerlichen Grundform und wurden erst Anfang des 20. Jahrhunderts als eigene Rassen beschrieben – maßgeblich durch den Schweizer Kynologen Albert Heim, der sie systematisch auseinandersortierte.

RasseGrößeRuteFell
Entlebucherbis 50 cmoft Naturstummelkurz
Appenzeller50–56 cmeingerolltkurz
Bernerbis 70 cmhängendlang
Großer Schweizer60–72 cmhängendkurz

Die Faustregel für das Temperament läuft umgekehrt zur Größe: Je kleiner der Sennenhund, desto mehr Betrieb. Der Appenzeller und der Entlebucher sind die beiden mit dem meisten Antrieb.

Auf einem Blick

Appenzeller Sennenhund Junghund
Die über dem Rücken eingerollte Posthornrute: Daran erkennst du den Appenzeller sofort.

Ein Treibhund, der Betrieb braucht

Der Appenzeller trieb Vieh, bewachte Hof und Gerät und meldete alles, was sich näherte. Alle drei Eigenschaften sind noch voll da.

Er ist bellfreudig. Deutlich mehr als die anderen drei Sennenhunde. Der Appenzeller meldet Besuch, Postboten, Geräusche und fremde Hunde – mit einer lauten, hohen Stimme. In einem hellhörigen Mehrfamilienhaus wird das zum Problem. Übe von Anfang an, dass nach dem Melden Schluss ist: Belohne das Aufhören, nie das Anfangen.

Er ist wachsam. Fremden gegenüber ist er zurückhaltend bis misstrauisch. Das macht ihn zu einem zuverlässigen Wachhund – und macht frühe, gründliche Sozialisierung zur Pflicht, damit aus Wachsamkeit keine Unsicherheit wird.

Er braucht eine Aufgabe. Zwei Spaziergänge reichen ihm nicht. Der Appenzeller ist ausdauernd, schnell und ausgesprochen lernfreudig – er eignet sich hervorragend für Obedience, Agility, Fährtenarbeit, Treibball oder Rettungshundearbeit. Ein unterforderter Appenzeller sucht sich selbst Beschäftigung, und die besteht meist aus Bellen und Hüten von allem, was sich bewegt.

Rechne mit zwei bis drei Stunden Beschäftigung am Tag, davon ein guter Teil Kopfarbeit.

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Der Charakter & das Wesen von Appenzeller Sennenhund Welpen

Innerhalb seiner Familie ist der Appenzeller fröhlich, zugewandt und verspielt. Er ist kein distanzierter Hund – im Gegenteil, er will überall dabei sein und mitreden.

Er ist außerdem schnell in der Auffassung. Er versteht neue Übungen oft nach wenigen Wiederholungen und langweilt sich dann. Variation schlägt Wiederholung.

Zwei Punkte für die Erziehung:

Er neigt zum Hüten. Rennende Kinder, Jogger und Radfahrer lösen bei ihm den Impuls aus, sie zusammenzutreiben – im Zweifel mit Zwicken in die Wade. Das ist kein Aggressionsproblem, sondern Zuchtgeschichte. Es gehört trotzdem früh in andere Bahnen gelenkt, bevor es sich festsetzt.

Er braucht klare Regeln. Der Appenzeller ist selbstbewusst und testet, was gilt. Er richtet sich gern nach Menschen, die berechenbar sind – halbe Regeln befolgt er halb.

Für Ersthundehalter ist er nur mit Vorbehalt geeignet: Wer Zeit, Energie und eine gute Hundeschule mitbringt, kommt gut zurecht. Wer einen unkomplizierten Familienhund sucht, ist beim Berner Sennenhund besser aufgehoben.

Appenzeller Sennenhund Welpe am Strand
Ausdauernd, schnell und lernfreudig – zwei Spaziergänge am Tag lasten ihn nicht aus.

Gesundheit und Pflege

Der Appenzeller ist eine robuste Rasse und wird mit 12 bis 14 Jahren gut alt. Neben Hüfte und Augen gibt es keine breit gestreuten rassetypischen Probleme.

Die Fellpflege ist minimal: Das kurze Stockhaar braucht einmal wöchentlich die Bürste, im Fellwechsel häufiger. Geschoren wird nicht – die Unterwolle schützt gegen Kälte und Hitze gleichermaßen.

Wichtig ist das Gewicht. Bei einem schnellen, sprungfreudigen Hund belastet jedes Kilo zu viel die Gelenke messbar. Die Rippen sollten unter leichtem Druck fühlbar sein. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Futtermenge für Welpen.

Neben den rassetypischen Punkten gibt es das, was jeden Welpen betrifft – vom Impfplan bis zur Entwurmung: Welpen impfen, Welpen entwurmen.

Appenzeller Sennenhund Welpe auf dem Rasen
Kurzes Stockhaar: einmal die Woche bürsten genügt.

Appenzeller Sennenhund FAQ

Ist der Appenzeller ein Familienhund?

Für aktive Familien ja. Er ist fröhlich und kinderlieb, neigt aber dazu, rennende Kinder zu hüten. In ruhigen Haushalten ohne Aufgabe für ihn wird er unglücklich und laut.

Wie viel Beschäftigung braucht er?

Zwei bis drei Stunden täglich, davon ein Teil Kopfarbeit. Hundesport ist bei dieser Rasse kein Hobby, sondern Bedarfsdeckung.

Bellt der Appenzeller viel?

Ja, deutlich mehr als die anderen Sennenhunde. Das lässt sich in Bahnen lenken, aber nicht abstellen. In hellhörigen Wohnhäusern ist er die falsche Wahl.

Passt er in eine Wohnung?

Nur mit sehr viel Auslastung und guter Bellkontrolle. Ein Haus mit Grundstück passt besser zu ihm.

Was unterscheidet ihn vom Entlebucher?

Größe und Rute. Der Entlebucher ist etwas kleiner und kompakter und trägt die Rute oft als Naturstummel; der Appenzeller rollt sie über dem Rücken ein. Im Temperament liegen beide dicht beieinander.

Zusammenfassung

Der Appenzeller Sennenhund ist ein wacher, schneller, lernfreudiger Arbeitshund im mittleren Format – erkennbar an der eingerollten Rute und unverwechselbar im Temperament.

Er ist kein kleiner Berner Sennenhund. Wer ihm Aufgaben gibt, das Bellen früh in Bahnen lenkt und die Hüteneigung ernst nimmt, bekommt einen außergewöhnlich vielseitigen Begleiter für zwölf bis vierzehn Jahre. Wer Ruhe sucht, sucht die falsche Rasse.