Den Welpen baden – worauf achten
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Baden – die ehrliche Antwort ist: fast nie
Die häufigste Frage lautet, wie oft man einen Hund baden soll. Die Antwort überrascht viele: so selten wie möglich.
Ein Hund hat auf der Haut einen Schutzfilm aus Talg, der Feuchtigkeit hält und Krankheitserreger abwehrt. Jedes Shampoo entfernt ihn. Wird zu häufig gebadet, wird die Haut trocken, schuppt und juckt – und genau das wird dann oft mit noch mehr Pflegeprodukten bekämpft.
Dazu kommt: Das Fell der meisten Hunde reinigt sich weitgehend selbst. Getrockneter Schlamm lässt sich am nächsten Tag ausbürsten.
Auf einem Blick
- nur baden, wenn es einen konkreten Anlass gibt
- niemals Shampoo für Menschen – anderer pH-Wert
- lauwarm, gründlich ausspülen, gut abtrocknen
- die Gewöhnung übst du früh, das Baden brauchst du selten
Wann ein Bad sinnvoll ist
- Der Hund hat sich in Aas oder Kot gewälzt – der klassische Fall.
- Starke Verschmutzung, die sich nicht ausbürsten lässt: Öl, Farbe, Streusalz in großer Menge.
- Nach Kontakt mit etwas, das auf der Haut nicht bleiben soll.
- Auf tierärztliche Anweisung – etwa mit einem medizinischen Shampoo bei Hauterkrankungen.
- Vor einem Friseurtermin, wenn der Friseur es wünscht.
Kein Grund zum Baden ist: normaler Hundegeruch, nasses Fell nach dem Spaziergang oder Schlamm, der trocknen und dann ausgebürstet werden kann.
Und wenn dein Hund dauerhaft unangenehm riecht, ist das kein Pflegethema: Ohren, Zähne, Hautfalten oder Analdrüsen gehören dann angesehen. Anhaltender Geruch ist ein Hinweis, kein Makel.
Ab wann darf ein Welpe gebadet werden?
Grundsätzlich braucht ein Welpe kein Bad. Er ist klein, er wird getragen, und was er sich einfängt, lässt sich meist mit einem feuchten Tuch lösen.
Wenn es doch nötig wird:
- Nicht in den ersten Wochen nach dem Einzug, wenn es sich vermeiden lässt – der Welpe hat gerade genug Neues.
- Nicht direkt nach einer Impfung.
- Sehr junge Welpen kühlen schnell aus. Je kleiner, desto kritischer. Bei einem Chihuahua-Welpen ist ein Bad etwas anderes als bei einem Labrador.
Was oft reicht: Pfoten in einer Schüssel abspülen, verschmutzte Stellen mit einem feuchten Tuch abwischen, Bauch und Beine mit klarem Wasser abduschen – ganz ohne Shampoo.


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So badest du richtig
Vorher bürsten. Verfilztes Fell zieht sich beim Nasswerden zusammen und ist danach kaum noch zu lösen. Bei langhaarigen Rassen ist das der wichtigste Schritt überhaupt.
Rutschfeste Unterlage in Wanne oder Dusche. Ein Hund, der wegrutscht, verbindet Baden dauerhaft mit Angst.
Lauwarmes Wasser – etwa handwarm. Nicht heiß, nicht kalt.
Von hinten nach vorn. Erst Pfoten und Beine, dann Rumpf, zuletzt der Kopf. Viele Hunde erschrecken, wenn es am Kopf anfängt.
Kopf aussparen. Kein Wasser in Ohren und Augen. Gesicht und Ohren mit einem feuchten Tuch abwischen. Wer möchte, kann lose Watte in die Ohren legen – aber nicht tief.
Shampoo verdünnen und gleichmäßig einarbeiten, kurz einwirken lassen.
Gründlich ausspülen – gründlicher, als du denkst. Shampooreste sind eine der häufigsten Ursachen für Juckreiz nach dem Bad.
Gut abtrocknen. Mit Handtüchern, besonders in Hautfalten, zwischen den Zehen und an den Ohren. Föhn nur auf niedrigster Stufe und mit Abstand – die Haut eines Hundes verbrennt schneller als deine.
Warm halten. Nach dem Bad kein Spaziergang bei Kälte, bis das Fell wirklich trocken ist. Bei Rassen mit dichter Unterwolle dauert das Stunden.
Die Gewöhnung – das eigentliche Thema
Wie bei der übrigen Fellpflege geht es beim Welpen weniger um das Baden selbst als darum, dass er es später zulässt.
- Die Wanne kennenlernen, trocken. Hineinsetzen, füttern, wieder heraus.
- Wenig Wasser am Boden, nur Pfoten nass. Belohnen.
- Vorsichtig abduschen, Beine und Bauch, kurz.
- Erst später mit Shampoo – und nur, wenn es einen Anlass gibt.
Hör auf, bevor er unruhig wird. Und heb ihn nicht panisch aus der Wanne, wenn er sich wehrt – ruhig abbrechen, kurz warten, dann herausheben.
Ein Hund, der als Welpe gelernt hat, dass Wasser harmlos ist, macht später einen Friseurtermin und eine medizinische Waschung ohne Drama mit.

Nach dem Schwimmen
Baden im See oder Fluss ist kein Bad im Sinne dieses Beitrags – dort ist kein Shampoo im Spiel.
Was danach trotzdem zählt:
- Ohren trocken tupfen. Besonders bei Schlappohren – Cocker Spaniel, Beagle, Labrador. Feuchtigkeit im Gehörgang ist die häufigste Ursache für Ohrentzündungen.
- Abtropfen und trocknen lassen, bei kühlem Wetter aktiv abtrocknen.
- Bei Salzwasser mit klarem Wasser abspülen – Salz reizt die Haut.
- Auf Blaualgen achten. Trübes, grünlich verfärbtes Wasser im Sommer ist lebensgefährlich. Bei Warnhinweisen am Ufer: nicht hinein.
Welpen baden FAQ
Wie oft darf ich meinen Hund baden?
So selten wie möglich. Häufiges Baden entfernt den Schutzfilm der Haut und verursacht Trockenheit und Juckreiz.
Ab wann darf ein Welpe gebadet werden?
Grundsätzlich braucht er kein Bad. Wenn nötig, nicht in den ersten Wochen nach dem Einzug und nicht direkt nach einer Impfung.
Darf ich Babyshampoo nehmen?
Nein. Die Haut eines Hundes hat einen anderen pH-Wert. Nimm ein mildes Hundeshampoo.
Mein Hund riecht immer unangenehm – was tun?
Das ist kein Pflegethema. Ohren, Zähne, Hautfalten und Analdrüsen gehören angesehen.
Muss ich meinen Hund nach dem Schwimmen duschen?
Bei Salzwasser ja. Sonst genügt Abtrocknen – und in jedem Fall die Ohren trocken tupfen.
Zusammenfassung
Baden ist beim Hund die Ausnahme, nicht die Routine. Ein Bad braucht einen konkreten Anlass – sonst schadet es der Haut mehr, als es nützt.
Wenn es doch sein muss: vorher bürsten, lauwarm, von hinten nach vorn, gründlich ausspülen, gut abtrocknen. Und niemals Shampoo für Menschen.




