Englische Bulldoggen Welpen
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Englische Bulldoggen Welpen – ein Hund, der sich stark verändert hat
Die Englische Bulldogge ist einer der gemütlichsten Hunde, die es gibt. Sie ist freundlich, kinderlieb, tief entspannt und dabei erstaunlich dickköpfig. Wer einen Hund sucht, der das Leben ruhig angeht, findet hier den passenden Charakter.
Nur sieht dieser Hund heute anders aus als noch vor 150 Jahren. Die Bulldogge des 19. Jahrhunderts war ein längerbeiniger, sportlicherer Hund mit deutlich mehr Nase. Was heute als rassetypisch gilt – der massige Körper, das flache Gesicht, die tiefe Stellung –, ist das Ergebnis gezielter Zuchtauswahl auf Aussehen.
Diese Auswahl hat einen Preis, und den solltest du kennen, bevor du dich für einen Welpen entscheidest.
| Ursprungsland | Großbritannien |
| Größe | 31 bis 40 cm |
| Gewicht | 25 kg (Rüden), 23 kg (Hündinnen) |
| Alter | 8 bis 10 Jahre |
| Fell | kurz, glatt, dicht |
| Verwendung | Gesellschafts- und Begleithund |
| Klassifikation F.C.I. | Gruppe 2, Sektion 2.1 Molossoide, doggenartige Hunde. Ohne Arbeitsprüfung. |
Der Rassestandard sagt es selbst
Bemerkenswert am offiziellen FCI-Standard der Rasse ist, dass er das Problem benennt. Der Kopf darf demnach recht groß sein, aber kein Merkmal so übermäßig ausgeprägt, dass der Hund missgebildet erscheint oder in seiner Bewegung beeinträchtigt ist. Und wörtlich: „Hunde mit erkennbarer Atemnot sind höchst unerwünscht.“
Das ist ein deutlicher Satz. Er steht im Standard, weil die Entwicklung der Rasse in eine Richtung lief, die ihn nötig machte.
Für dich heißt das: Ein Welpe aus einer Linie mit erkennbarem Nasenrücken, funktionierender Atmung und freier Bewegung ist nicht weniger rassetypisch als der extremste Hund im Wurf. Er ist es mehr.
Auf einem Blick
- die heutige Bulldogge ist ein Zuchtprodukt der letzten 150 Jahre
- der Rassestandard warnt selbst vor Übertypisierung und Atemnot
- mehr Nase und freiere Bewegung sind standardkonform, nicht standardwidrig
- das Wesen der Rasse leidet unter keiner dieser Fragen – nur der Körper

Die Gesundheitsthemen im Einzelnen
Die Atmung. Wie die Französische Bulldogge ist auch die Englische brachyzephal, also kurzköpfig. Nasengänge und Gaumensegel haben weniger Platz, als sie bräuchten. Schnarchen und Röcheln sind keine Rassemerkmale, sondern Anzeichen dafür, dass der Hund zu wenig Luft bekommt. Der Fachbegriff dafür ist BOAS.
Die Hüfte. Die Englische Bulldogge hat unter allen Rassen eine der höchsten Raten an Hüftgelenksdysplasie. Der breite, tief gestellte Körperbau und die Winkelung der Hinterhand tragen dazu bei. Frag beim Züchter nach den HD-Röntgenbefunden beider Elterntiere.
Die Geburt. Breiter Schädel, schmales Becken: Die weit überwiegende Zahl der Würfe kommt per Kaiserschnitt zur Welt. Für die Hündin ist jeder Wurf eine Bauchoperation.
Die Haut. Die Falten an Gesicht und Rutenansatz sind warm und feucht – ideale Bedingungen für Entzündungen. Die Taschen müssen regelmäßig gereinigt und trocken gehalten werden. Das ist keine Kür, sondern tägliche Pflege.
Die Hitze. Hunde kühlen über Hecheln. Wer schlecht Luft bekommt, kühlt schlecht. Im Sommer gehört die Bulldogge in die kühlen Tagesstunden – und niemals allein ins Auto, auch nicht kurz.
Das Wasser. Der massige Rumpf und der kurze Kopf machen die Rasse zu schlechten Schwimmern. Ein ungesicherter Pool oder Teich ist eine echte Gefahrenquelle.
Womit du im ersten gemeinsamen Jahr sonst noch rechnen solltest, steht unter Das erste Jahr.

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Old English Bulldog und Continental Bulldog
Wenn du die Rasse magst, aber die Gesundheitsfragen scheust, gibt es einen dritten Weg. Mehrere Zuchtprojekte arbeiten seit Jahrzehnten daran, den Hund näher an seine ursprüngliche, funktionsfähigere Form zurückzubringen.
Der Old English Bulldog entstand in den 1970er Jahren in den USA als Rückzüchtung: längere Schnauze, längere Beine, athletischerer Körper. Der Continental Bulldog ist eine Schweizer Entwicklung mit demselben Ziel und seit 2022 von der FCI anerkannt.
Beide sehen erkennbar nach Bulldogge aus, bewegen sich aber freier und atmen besser. Wer das Wesen der Rasse sucht, findet es dort ebenso – nur in einem Körper, der weniger im Weg steht.

Der Charakter & das Wesen von Englische Bulldoggen Welpen
Charakterlich ist die Englische Bulldogge ein Musterbeispiel für Gelassenheit. Sie ist freundlich zu Menschen, geduldig mit Kindern, selten aufbrausend und hat kaum Jagdtrieb. Der Kampfhund-Ruf aus ihrer Geschichte hat mit dem heutigen Hund nichts mehr zu tun.
Dafür ist sie eigensinnig. Eine Bulldogge tut Dinge, weil sie einen Sinn darin sieht – nicht, weil jemand es sagt. Mit Druck erreichst du gar nichts, mit Geduld und Futter fast alles. Kurze, freundliche Trainingseinheiten passen besser als lange Sequenzen.
Ihr Bewegungsbedarf ist gering. Zwei bis drei ruhige Runden am Tag reichen, dazu Kopfarbeit im Haus. Was sie nicht braucht, sind Belastungsspitzen: kein Fahrradfahren, kein langes Joggen, kein ausgiebiges Toben bei Wärme.
Und sie ist ein Sofahund im Wortsinn. Sie sucht Körperkontakt, liegt gern mitten im Geschehen und bleibt ungern allein. Das Alleinbleiben solltest du früh und in kleinen Schritten üben.

Fütterung und Gewicht
Bei kaum einer Rasse wirkt sich Übergewicht so unmittelbar aus. Jedes zusätzliche Kilo belastet Gelenke, die ohnehin ungünstig gebaut sind, und verschärft die Atemprobleme spürbar.
Der Standard verlangt ausdrücklich einen Körper ohne jegliche Neigung zur Fettleibigkeit. Halte deinen Welpen von Anfang an schlank – du solltest die Rippen unter leichtem Druck fühlen können.
Mehr dazu findest du in unserem Beitrag zur Futtermenge für Welpen.

Englische Bulldogge FAQ
Wie alt wird eine Englische Bulldogge?
Etwa 8 bis 10 Jahre. Das ist für einen Hund dieser Größe wenig und hängt direkt mit den Zuchtfolgen zusammen. Hunde aus gesundheitsorientierten Linien erreichen deutlich häufiger das obere Ende.
Ist die Englische Bulldogge ein guter Familienhund?
Ja. Sie ist geduldig, freundlich und wenig reizbar. Kinder sollten lernen, dass sie sie nicht zum Toben antreiben – der Hund geht dabei über seine Grenzen.
Wie viel Bewegung braucht sie?
Wenig: zwei bis drei ruhige Spaziergänge täglich. Wichtiger als die Menge ist, dass keine Belastungsspitzen entstehen und bei Wärme deutlich reduziert wird.
Worauf muss ich beim Züchter achten?
Auf drei Dinge: HD-Befunde beider Elterntiere, freie Atmung der Elterntiere nach fünf Minuten zügigem Gehen und einen erkennbaren Nasenrücken. Wer das nicht zeigen kann oder will, ist der falsche Züchter.
Was ist der Unterschied zum Old English Bulldog?
Der Old English Bulldog ist eine Rückzüchtung auf die ursprüngliche, sportlichere Form: längere Schnauze, längere Beine, freiere Bewegung. Das Wesen ist ähnlich, die gesundheitliche Ausgangslage besser.
Zusammenfassung
Die Englische Bulldogge ist charakterlich ein Geschenk: gelassen, freundlich, humorvoll und kinderlieb. Körperlich ist sie das Ergebnis einer Zuchtrichtung, die Aussehen über Funktion gestellt hat – mit Folgen für Atmung, Gelenke und Lebenserwartung.
Diese Folgen sind nicht bei jedem Hund gleich stark. Der Unterschied liegt in der Zuchtlinie. Wer nach Nasenlänge, HD-Befund und freier Atmung fragt – oder gleich zum Old English beziehungsweise Continental Bulldog greift – bekommt denselben Charakter in einem Körper, der ihn länger tragen kann.




