Bolonka Zwetna Welpen
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Bolonka Zwetna Welpen – der bunte Russe
Der Name sagt bereits, worum es geht: Bolonka ist die russische Bezeichnung für den Bologneser-Typ, also einen kleinen langhaarigen Gesellschaftshund. Zwetna heißt schlicht „farbig”.
Genau das unterscheidet ihn von seinen westlichen Verwandten. Wo Malteser und Bologneser reinweiß sind, ist der Bolonka Zwetna in allen Farben zugelassen – schwarz, braun, rot, grau, gescheckt.
Entstanden ist er in der Sowjetunion, vor allem in Moskau und Leningrad, aus kleinen mitgebrachten Hunden verschiedener europäischer Rassen. Er ist fröhlich, robust, anhänglich und bemerkenswert unkompliziert.
Ein Punkt gehört aber vor den Kauf geklärt: seine Papiere.
| Ursprungsland | Russland |
| Größe | bis 26 cm |
| Gewicht | bis 4 kg |
| Alter | 12 bis 16 Jahre |
| Fell | lang, weich, gewellt bis lockig – mit Unterwolle |
| Farbe | alle Farben außer reinweiß und gescheckt-weiß |
| Verwendung | Gesellschafts- und Begleithund |
| Klassifikation F.C.I. | nicht FCI-anerkannt – national vom VDH anerkannt |
Nicht FCI-anerkannt – was das bedeutet
Der Bolonka Zwetna ist international nicht von der FCI anerkannt. In Deutschland hat der VDH ihn seit Februar 2011 als nationale Rasse anerkannt; in Russland und einigen weiteren Ländern gilt Ähnliches.
Das ist kein Makel und kein Qualitätsurteil über die Hunde. Es ändert aber, worauf du beim Kauf achten musst:
Die Papiere sehen anders aus. Ein Bolonka aus VDH-Zucht bekommt eine Ahnentafel des zuständigen Vereins, keine international gültige FCI-Ahnentafel. Beides ist in Ordnung – wichtig ist, dass überhaupt eine geführte Zucht dahintersteht.
Der Begriff ist nicht geschützt. Weil die Rasse jung, beliebt und nicht FCI-geführt ist, wird der Name gern für alles Mögliche verwendet. Kleine, lockige Mischlinge werden regelmäßig als „Bolonka” verkauft – häufig aus dem osteuropäischen Vermehrerhandel, ohne Papiere, ohne Gesundheitsbefunde und zu früh von der Mutter getrennt.
Worauf du achtest: Zuchtverein und Ahnentafel, Elterntiere vor Ort, Aufzucht im Haus, Abgabe nicht vor der neunten Woche. Genau dieselben Maßstäbe wie bei jeder anderen Rasse.
Und weil die Population klein ist: Frag nach dem Inzuchtkoeffizienten des Wurfs. Bei einer Rasse, die aus wenigen Hunden aufgebaut wurde, ist das keine akademische Frage.
Auf einem Blick
- nicht FCI-anerkannt, vom VDH national anerkannt seit Februar 2011
- Ahnentafel des Vereins statt FCI-Papieren – beides in Ordnung
- der Name ist nicht geschützt und wird von Vermehrern genutzt
- kleine Population: nach dem Inzuchtkoeffizienten fragen


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Der Charakter & das Wesen von Bolonka Zwetna Welpen
Der Bolonka ist fröhlich, aufgeweckt, anhänglich und ausgesprochen menschenbezogen. Er ist gesellig, verträgt sich in der Regel gut mit anderen Hunden und ist Kindern gegenüber geduldig.
Zwei Eigenschaften machen ihn im Alltag besonders angenehm:
Er ist ruhiger, als seine Größe vermuten lässt. Er meldet, neigt aber nicht zum Dauerbellen – hierin ähnelt er eher dem Havaneser als dem Yorkshire oder Zwergspitz.
Er ist anpassungsfähig. Lange Wanderung oder ruhiger Nachmittag: Der Bolonka macht beides mit. Sein Bewegungsbedarf liegt bei etwa einer Stunde täglich, er läuft aber deutlich mehr mit, wenn man ihn lässt.
Was er braucht, ist Nähe. Er ist stark auf seine Menschen bezogen und bleibt ungern lange allein. Das Alleinbleiben gehört früh und geduldig geübt.
Er ist lernfreudig und gut über Belohnung motivierbar. Härte verträgt er schlecht – er zieht sich dann zurück, statt mitzuarbeiten.
Und wie bei allen kleinen Hunden gilt: Lass ihn laufen. Ein Bolonka, der ständig getragen wird und für den keine Regeln gelten, wird unsicher und laut.
Die Fellpflege
Das lange, gewellte bis lockige Haar hat – anders als beim Malteser – Unterwolle. Es neigt deshalb stärker zum Verfilzen, besonders in der Zeit des Haarwechsels vom Welpen- zum Erwachsenenhaar.
Zwei- bis dreimal wöchentlich gründlich durchkämmen, bis zur Haut und nicht nur über die Oberfläche. Im Haarwechsel täglich. Kritisch sind die Bereiche hinter den Ohren, unter den Achseln und an den Hinterläufen.
Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht zwingend, aber viele Halter kürzen das Haar alle paar Monate – besonders an Pfoten, Augen und Bauch. Die Haare über den Augen gehören freigehalten, sonst reiben sie und reizen die Bindehaut.

Gesundheit
Der Bolonka Zwetna gilt als robuste, langlebige Rasse und erreicht häufig 12 bis 16 Jahre. Die Themen entsprechen denen der kleinen Rassen allgemein:
Patellaluxation – erkennbar am kurzen Hochnehmen eines Hinterbeins im Laufen.
Zähne – enger Kiefer, schneller Zahnstein. Zahnpflege gehört von Anfang an dazu.
Augen – Reizungen durch Haare, dazu Katarakt im Alter.
Gewicht – bei einem 4-Kilo-Hund sind 400 Gramm schon zehn Prozent. Rechne Leckerli von der Tagesration ab; mehr dazu im Beitrag zur Futtermenge für Welpen.
Die regelmäßige Fellkontrolle ist hier zugleich die beste Parasitenkontrolle: Welpenfellpflege, Zecken und Flöhe.
Bolonka Zwetna FAQ
Ist der Bolonka Zwetna eine anerkannte Rasse?
International nicht – die FCI führt ihn nicht. In Deutschland ist er seit Februar 2011 vom VDH als nationale Rasse anerkannt.
Woran erkenne ich einen seriösen Züchter?
An Zuchtverein und Ahnentafel, an den Elterntieren vor Ort, an der Aufzucht im Haus und an der Abgabe frühestens in der neunten Woche. Weil der Name nicht geschützt ist, ist das hier besonders wichtig.
Bellt der Bolonka viel?
Weniger als die meisten kleinen Rassen. Er meldet, neigt aber nicht zum Dauerbellen.
Wie viel Fellpflege braucht er?
Zwei- bis dreimal wöchentlich bis zur Haut durchkämmen, im Haarwechsel täglich. Sein Haar hat Unterwolle und verfilzt schneller als das des Maltesers.
Ist er ein Familienhund?
Ja. Er ist geduldig, gesellig und anpassungsfähig. Für sehr kleine Kinder ist er mit vier Kilogramm allerdings zu zierlich.
Zusammenfassung
Der Bolonka Zwetna ist ein fröhlicher, robuster und ausgesprochen unkomplizierter kleiner Familienhund – bunt, anpassungsfähig und mit angenehm wenig Bellfreude.
Die Besonderheit liegt nicht beim Hund, sondern beim Kauf: Weil die Rasse nicht FCI-geführt und der Name nicht geschützt ist, wird unter diesem Etikett viel verkauft, was nichts damit zu tun hat. Zuchtverein, Ahnentafel, Elterntiere vor Ort und der Inzuchtkoeffizient sind hier die Fragen, die den Unterschied machen.



