welpenknigge.de

StartAnschaffung

Hunde Kaufvertrag – worauf achten

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Das ist wichtig bei einem Kaufvertrag für einen Welpen
Das ist wichtig bei einem Kaufvertrag für einen Welpen

Hunde Kaufvertrag – warum schriftlich

Ein Kaufvertrag über einen Hund ist auch mündlich wirksam. Trotzdem gehört er schriftlich – und zwar aus einem einfachen Grund: Wenn drei Monate später ein Gesundheitsproblem auftritt, geht es um die Frage, was vereinbart war. Ohne Papier steht Aussage gegen Aussage.

Ein seriöser Züchter bietet den Vertrag von sich aus an. Wer keinen will, ist ein Warnsignal – siehe Seriöse Hundezüchter erkennen.

Dieser Beitrag gibt allgemeine Hinweise und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei einem konkreten Streitfall hilft ein auf Tierrecht spezialisierter Anwalt.

Auf einem Blick

Was in den Vertrag gehört

Die Beteiligten. Vollständige Namen und Anschriften von Käufer und Verkäufer.

Der Hund, eindeutig identifizierbar. Rasse, Wurfdatum, Geschlecht, Farbe, Zuchtname – und vor allem die Chipnummer. Sie ist das einzige Merkmal, das den konkreten Welpen zweifelsfrei benennt. Prüfe beim Abholen, ob die Nummer im Vertrag mit der im Impfpass übereinstimmt.

Der Preis und was er umfasst. Wurde eine Anzahlung geleistet, gehört auch die hinein – samt der Frage, was bei Rücktritt damit geschieht.

Das Übergabedatum.

Der Gesundheitszustand bei Übergabe. Der wichtigste Absatz. Idealerweise mit Datum der letzten tierärztlichen Untersuchung und dem Vermerk, dass der Welpe gesund und frei von erkennbaren Mängeln übergeben wird. Bekannte Besonderheiten – etwa ein Nabelbruch oder ein fehlender Hoden – gehören ausdrücklich hinein.

Impfungen und Entwurmungen mit Daten – beim Welpen sollten mehrere Entwurmungstermine eingetragen sein, nicht nur einer.

Die mitgegebenen Unterlagen: Impfpass, Ahnentafel oder die Zusage, wann sie kommt, Gesundheitsbefunde der Elterntiere, Futterplan.

Alle mündlichen Zusagen. Das ist der Punkt, den Käufer am häufigsten vergessen. Wenn der Züchter sagt „die Ahnentafel kommt in vier Wochen” oder „die Elterntiere sind HD-frei” – schreib es hinein. Was nicht im Vertrag steht, lässt sich später kaum belegen.

Zweifach ausdrucken, beide unterschreiben, jeder bekommt ein Exemplar – und die Chipnummer prüfen.

Empfehlung der Redaktion

Anifit Schnupperpaket für Hunde: Nassfutter-Dosen aller Sorten, Trainingsleckerli, Flocken und Ernährungsratgeber

Hochwertiges Nassfutter für Deinen Welpen

  • Zutaten in Lebensmittelqualität
  • Hoher Fleischanteil von über 90 %
  • Frei von Farbstoffen, Geschmacksverstärkern und Konservierungsmitteln

10 % Rabatt für Neukundenkniggean der Kasse eingeben

Hier geht's zum Anifit Shop

Die Gewährleistung beim Tierkauf

Rechtlich gilt: Tiere sind keine Sachen, aber die Vorschriften über Sachen werden entsprechend angewendet. Damit greift beim Hundekauf grundsätzlich das Kaufrecht.

Wenn du von einem Unternehmer kaufst – also von jemandem, der beruflich oder gewerblich züchtet – liegt ein Verbrauchsgüterkauf vor. Dann gilt die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren, und sie kann nicht ausgeschlossen werden.

Die Beweislast ist dabei der entscheidende Punkt. In einem bestimmten Zeitraum nach der Übergabe wird vermutet, dass ein aufgetretener Mangel schon bei Übergabe vorlag – der Verkäufer müsste das Gegenteil beweisen. Seit 2022 wurde dieser Zeitraum allgemein von sechs auf zwölf Monate verlängert.

Für den Kauf lebender Tiere gilt diese Verlängerung ausdrücklich nicht. Hier bleibt es bei sechs Monaten.

Wenn du privat kaufst – vom Nachbarn mit dem ungeplanten Wurf –, kann die Gewährleistung im Vertrag ausgeschlossen werden, und das geschieht regelmäßig. Ein solcher Ausschluss ist zulässig; er greift allerdings nicht, wenn der Verkäufer einen Mangel arglistig verschwiegen hat.

Die Abgrenzung ist nicht immer eindeutig. Ein Hobbyzüchter mit gelegentlichen Würfen ist in der Regel Privatperson. Wer regelmäßig mehrere Würfe im Jahr verkauft, kann als Unternehmer gelten – auch ohne Gewerbeanmeldung. Im Streitfall entscheidet das im Einzelfall ein Gericht.

Beim Abholen: die Checkliste

Nimm dir Zeit und geh das durch, bevor du bezahlst:

Und der einfachste Rat: Unterschreib nichts unter Zeitdruck. Ein Züchter, der dich drängt, ist keiner.

Alle mündlichen Zusagen gehören in den Vertrag – was nicht drinsteht, lässt sich später kaum belegen.

Wenn der Welpe krank ist

Ein Welpe, der kurz nach der Übergabe erkrankt, ist ein belastender Fall – und einer, in dem Ordnung hilft.

1. Sofort zum Tierarzt. Die Gesundheit geht vor. Lass dir eine schriftliche Diagnose geben, aus der das Krankheitsbild und – wenn möglich – der vermutliche Beginn hervorgeht.

2. Den Verkäufer informieren. Schriftlich, am besten per E-Mail mit Datum. Beschreib den Befund und setz eine Frist zur Stellungnahme.

3. Alles dokumentieren. Rechnungen, Befunde, Nachrichten, Vertrag, Fotos.

4. Nichts überstürzt unterschreiben. Vergleichsangebote, Rückgabevereinbarungen und Verzichtserklärungen erst prüfen lassen.

5. Bei größeren Beträgen anwaltliche Hilfe. Eine Rechtsschutzversicherung mit Vertragsrecht hilft hier – und viele Verbraucherzentralen beraten ebenfalls.

Und der wichtigste Punkt vorweg: Die meisten dieser Fälle entstehen gar nicht erst, wenn der Welpe von einem Züchter stammt, den du mehrfach besucht hast.

Die meisten Streitfälle entstehen gar nicht erst, wenn man den Züchter mehrfach besucht hat.

Hunde Kaufvertrag FAQ

Muss ein Hundekauf schriftlich vereinbart werden?

Nein, mündlich ist wirksam. Schriftlich ist trotzdem dringend zu empfehlen, weil sich sonst später nichts belegen lässt.

Gibt es beim Hundekauf eine Gewährleistung?

Beim Kauf von einem gewerblichen Züchter ja – zwei Jahre, nicht ausschließbar. Bei Privatverkäufen kann sie ausgeschlossen werden und wird es meistens.

Wie lange gilt die Beweislastumkehr?

Beim Kauf lebender Tiere sechs Monate. Die allgemeine Verlängerung auf zwölf Monate seit 2022 gilt für Tierkäufe ausdrücklich nicht.

Was ist, wenn die Ahnentafel nicht mitkommt?

Lass dir schriftlich zusagen, bis wann sie nachgereicht wird. Ohne diese Zusage im Vertrag hast du später wenig in der Hand.

Darf ein Züchter eine Kastrationspflicht vereinbaren?

Solche Klauseln sind verbreitet. Lies vor allem, was bei einem Verstoß vereinbart ist – Vertragsstrafen kommen vor.

Zusammenfassung

Der Kaufvertrag ist der unspektakulärste Teil des Welpenkaufs und der, der im Streitfall alles entscheidet. Drei Dinge machen ihn brauchbar: die Chipnummer als eindeutige Kennzeichnung, ein konkreter Absatz zum Gesundheitszustand bei Übergabe und alle mündlichen Zusagen schwarz auf weiß.

Und eine Zahl lohnt sich zu merken: Beim Kauf lebender Tiere beträgt die Beweislastumkehr sechs Monate – nicht zwölf.

Mehr aus Anschaffung

Alle Anschaffung-Beiträge →